Güstrow (Mecklenburg-Vorpommern)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung: 05.09.2020

Die Güstrow liegt in einer seenreichen Gegend. 1850 begann in der Kleinstadt im Großraum Rostock (Hafenstadt an der Ostsee) das Eisenbahnzeitalter. Die ersten Gleise wurden bis nach Bützow verlegt. 1867 lagen die Schienenstränge bis nach Stasburg, wobei die Strecke auch durch Neubrandenburg führte.

Ringlokschuppen im Bahnbetriebswerk Güstrow (erbaut 1893/1894)

Lokschuppen in Guestrow, Foto: Martin Schramme, 2020 Lokschuppen in Guestrow, Foto: Martin Schramme, 2020 Lokschuppen in Guestrow, Foto: Martin Schramme, 2020 Lokschuppen in Guestrow, Foto: Martin Schramme, 2020 Lokschuppen in Guestrow, Foto: Martin Schramme, 2020 Lokschuppen in Guestrow, Foto: Martin Schramme, 2020

1850 begann in Güstrow das Bahnzeitalter. Die Mecklenburgische Eisenbahngesellschaft eröffnete die Bahnstrecke zwischen Güstrow und Bützow. Zeitgleich übergaben die Bauherren eine Reparatur- und Unterhaltungswerkstatt für Lokomotiven (Lokschuppen). 1864 konnte die Verlängerung der Strecke bis nach Neubrandenburg übergeben werden. 1865 wurde aus dem Lokschuppen ein Bahnbetriebswerk. 20 Jahre später hatte sich Güstrow zu einem wichtigen Bahnknoten entwickelt, was mit weiteren Bauarbeiten am Bahnbetriebswerk (Bw) einherging. Beim Abriss des Bw 1935 blieben Ringlokschuppen und Drehscheibe erhalten. Zu der Zeit wurden am Lokschuppen offenbar sogar neue Schienenstränge verlegt. Jedenfalls tragen Gleise auf der Drehscheibe das Walzzeichen "XGMW Osnabrück 1934". GMW steht für Georgs-Marien-Werke bzw. die Georgs-Marien-Hütte (GMH). Die Geschichte des Stahwerks vom Georgs-Marien-Bergwerks- und Hüttenverein begann im Sommer 1856. Die Hütte war einer der führenden Hersteller in Europa. 1923 war die GMH Teil einer Fusion mehrerer Standorte der Stahlindustrie zur Klöckner-Werke AG Rauxel-Berlin. Im NS-Staat wurde Klöckner Teil der Rüstungsmaschinerie. In den Jahren 2001 bis 2011 ging Klöckner schrittweise in die Hände der Salzgitter AG über. Das Bw überlebte die gesamte DDR, in der die Eisenbahn eine zentrale Rolle gespielt hatte. Nach der Angliederung des DDR-Gebietes 1990 an die Bundesrepublik Deutschland ging es rasch bergab in Güstrow. Am 30. November 1993 endete die Geschichte des Bw. Es wurde zur Ersatzstelle für das Bw in Rostock degradiert und im Herbst 1999 komplett geschlossen. Im Sommer 2020 war der Ringlokschuppen, umringt von hohem Gras, Büschen und Bäumen, dem Verfall preisgegeben, aber als Baudenkmal ausgewiesen.

alte Speicher

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Betriebe in der DDR
VEB Getreidewirtschaft
VEB Holzverarbeitung (T&uum;renwerk)
VEB Kraftfahrzeuginstandsetzungswerk (KIW)
VEB Landtechnisches Instandsetzungswerk Güstrow (LMB)
VEB Polstermöbel
VEB Zuckerfabrik Nordkristall Güstrow

Wirtschaft in Güstrow vor 1945
Carl Böttcher Güstrow in Mecklenburg, Grosshandlung in Peitschen, Peitschenriemen, Stuhlrohr, Rohrbast, Spankorb-Industrie
Maschinenfabrik Lythall AG (Hauptsitz: Neubrandenburg, in Güstrow seit 1900, Halle Saale, Hamburg, Bad Oldesloe, Grevesmühlen; Produkte: u.a. Düngerstreumaschine, Heuwender, Pferderechen)
Zuckerfabrik Güstrow AG (gegr. 1883/1884, Abriss 2009)