Russland - Russia - Россия

Artefakte - Denkmale deutscher und russischer Geschichte
Fotos: Martin und Tatiana Schramme, Mikhail Ogorodnikov
Achtung! Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!

letzte Änderung: 21.07.2020

Russland ist das größte Land der Welt und unvorstellbar reich an Ressourcen, Kultur und Geschichte. In Sankt Petersburg im äußeren Nordwesten des Russischen Reiches begann im Oktober 1917 mit dem Sturm auf das Winterpalais der Sozialismus seinen Siegeszug um die Welt. Bis 1991 konnte sich die Alternative zum Kapitalismus halten. Die mehr als 70 Jahre Sozialismus zwischen Brest im Westen und Wladiwostok im Osten waren vor allem am Anfang unter Lenin und Stalin von heroischen Ausschmückungen des Weltkommunismus geprägt. In den 1990er Jahren herrschten lange chaotische Verhältnisse in Russland und in einigen ehemaligen Teilrepubliken. Unter Wladimir Putin hat Russland zur alten Stärke zurückgefunden. Im Zuge der anhaltenden Sanktionen des Westens gegen Russland entwickelte das Land erstmals in seiner Geschichte eine unabhängige Landwirtschaft, die das Land selbst versorgen und inzwischen sogar Waren exportieren kann. (Stand im Sommer 2018)

Sankt Petersburg - schönste Stadt Europas, Hauptstadt des Zarenreichs (Leningrad, Petrograd)

Einst Hauptstadt des russischen Zarenreiches, später von den Bolschewiki nach dem Sturm des Winterpalais 1917 in Leningrad umbenannt (nach Revolutionsführer Lenin), litt während des Zweiten Weltkriegs (1941-1945) 900 Tage unter der brutalen Belagerung durch die nationalsozialistische Deutsche Wehrmacht. Der Krieg hinterließ der Stadt an der Newa Millionen Tote und unvorstellbare Zerstörungen. Heute ist die Stadt eine Perle in Europa und zieht jedes Jahr Abermillionen Touristen aus aller Welt an. Die enge Verbindung der deutschen und der russischen (sowjetischen) Geschichte sind überall in der Stadt sichtbar. So war es ein Deutscher, der 1860 die Gummifabrik Treugolnik gründete, eines der geschichtsträchtigsten Industriestandorte an der Newa. Weitere deutsche Gründungen waren die Maschinenfabrik L. Koppel AG, die Alexander-Newskij-Manufaktur, die Gesellschaft der Hütten-, Maschinenbau- und Schiffsbauwerke Bäcker & Co., die Zuckerfabrik L.E. König und Erben sowie die Gesellschaft der Tabakproduktion Laferme. Mitte des 19. Jahrhunderts lebten etwa 46.000 Deutschstämmige in Sankt Petersburg.

(Krasnij) Treugolnik - größte Gummischuh-Fabrik der Welt

Treugolnik, Ruine der Gummischuh-Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, Ruine der Gummischuh-Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, Ruine der Gummischuh-Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, Ruine der Gummischuh-Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, Ruine der Gummischuh-Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, Ruine der Gummischuh-Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik verlassen und verfallen, Foto: Martin Schramme, 2018 Treugolnik, einst groesste Gummischuh-Fabrik - Reklame aus der Zarenzeit, Archiv: Martin Schramme

Einheimische kennen das dreieckige, überwiegend mit roten Ziegelgebäuden bebaute Areal in Sankt Petersburg nur "Krasnij Treugolnik" (russ. für "Rotes Dreieck"). Tatsächlich handelt es sich um einen äußerst geschichtsträchtigen Ort, dessen Markenzeichen das Dreieck war und der einst Weltrang hatte. Was man heute sieht, sind nur Reste eines Wirtschaftsimperiums. Bis zum Ersten Weltkrieg (1914-1918) war das Unternehmen die bedeutendste Gummischuh-Fabrik der Welt und zudem ein wichtiger Autoreifen-Hersteller. Ab 1929 Produktionssteigerung mit Förderbändern, 1949 neue Gummispritzhalle 70 Prozent Produktionssteigerung. 1860 gegründet als Towarizestwo Russko-Amerikanskou Resinoowou Manufakturui, kurz TRARM). Zweigbetriebe 1913 in Moskau, Riga, Odessa, Jekaterinburg, Rostow am Don, Irkutsk, Charkow, Tiflis, Taschkent, Kiew, Kasan, Saratow, Wilna, Wladiwostok, Perm, Tomsk, Warschau, Woronesch, Samara, Simferopol (Krim), Baku, Jaroslawl, Orjol, Witebsk, Batumi, Lodz, Kokant, Wladimir, Gesingfors, Bukarest, Paris, Stockholm, Ufa, Konstantinopel (Istanbul), Kischinew, Omsk, Blagoweschtschensk Fabrik Rotes Dreieck am Obwodui-Kanal nach der Oktoberrevolution 1917. Produktion von Galoschen (Überzieher aus Gummi zum Schutz der Schuhe vor übermäßiger Verschmutzung und Nässe), Gummispielzeug, Reifen, Gummibänder, Gummimanschetten, Riemen und so weiter. Gründer war der amerikanische Kaufmann Ferdinand Krauskopf mit russischen Kaufleuten. Erste Gummifabrik in Russland. Zwang britische Konkurrenten "Mackintosh" in die Knie. Verband der russisch-amerikanischen Gummimanufaktur. Modernstes Know How aus dem Ausland: Meister aus Deutschland, Galoschen aus England, Führungspersonal bis 1917 nur Deutsche. Dreieck Markenzeichen des Unternehmens, Triangle als Name seit 1908, Goldmedaille, Hoflieferant, 1900 an die Aktionäre 40 Prozent Dividende gezahlt (zum Vergleich: Putilov, Hersteller von Eisenbahnen und Militärtechnik zahlte bis zu acht Prozent). Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) Monopolist für Gummi des Kraft- und Luftverkehrs. Seit 1918 verstaatlicht als Werk Nummer Eins der Staatlichen Kautschuk-Industrie. Seit 1922 hieß das Dreieck "Rotes Dreieck". Während des Zweiten Weltkriegs (1941-1945) wurde die Produktion auf die Verteidigungsgüterproduktion verlegt. Im Winter 1941/1942 standen große Teile der Anlage still. Starke Zerstörungen sowie Versorgungsengpässe aufgrund der Blockade durch die faschistische deutsche Wehrmacht waren der Grund dafür. Wiederholt war der Betrieb schweren Angriffen ausgesetzt. Allein 1943 schlugen auf dem Areal insgesamt 1500 große Granaten und 30 Luftbomben ein. In den 1980er Jahren kamen Galoschen aus der Mode. Das Ende der Sowjetunion 1991 bedeutete letztlich aus das Ende für Treugolnik. Die Fabrik stellte auch Schreibwaren her, Radiergummi zum Beispiel. Nach der Jahrtausendwende ließen sich Künstler auf dem zwischenzeitlich ausgesprochen maroden Gelände nieder. 1857 unter Zar Alexander II führte Russland Zoll für ausländische Gummiwaren ein, um die russische Gummi-Industrie zu schützen. Der Protektionismus zog auch ausländische Investitionen in Russland nach sich.

Ferdinand Krauskopf war Handlungsreisender und produzierte nach dem Patent von Charles Goodyear von 1844 Gummiwaren. Wegen der Strafzölle verlegte er seine Produktion schließlich nach Sankt Petersburg, der Hauptstadt des russischen Zarenreiches. Einige Informationen zum Treugolnik sind auch bei Wikipedia zu finden: Treugolnik auf Russisch.

Der alte Standort des Unternehmens "Krasny Treugolnik" ist in großen Teilen verlassen oder verfallen. Doch in Sankt Petersburg gibt es nach wie vor einen Gummihersteller mit dem Namen "Krasny Treugolnik" und auf dessen Internetseite ist auch die Geschichte der legendären Gummischuh-Produktion zu lesen - hier. Nach Unternehmensangaben waren 2018 Kapazitäten für eine Tagesproduktion von bis zu 50 Tonnen Rohkautschuk vorhanden. Größter Kautschukhersteller der Welt war von 2004 bis 2014 Lanxess in Köln (Deutschland), eine Ausgründung der Bayer AG. Aufgrund der massiven Krise im Kautschukgeschäft bildete Lanxess 2014 durch die Fusion mit dem saudi-arabischen Petrochemie-Konzern Saudi Aramco das neue Unternehmen ARLANXEO (Hauptsitz in Maastricht, Niederlande). Im Sommer 2018 nahm Lanxess einen erneuten Kurswechsel vor und kündigte an, aus dem Kautschukgeschäft vollständig aussteigen zu wollen.

sehr umfangreiche Seite über Krasny Treugolnik (russ.)
noch eine Seite

Kombinat Roter Leuchtturm (Krasnij Majak, Spinnerei, gegr. 1899)

Kombinat Roter Leuchtturm in Sankt Petersburg, Foto: Martin Schramme, 2019 Kombinat Roter Leuchtturm in Sankt Petersburg, Foto: Martin Schramme, 2019 Kombinat Roter Leuchtturm in Sankt Petersburg, Foto: Martin Schramme, 2019

1899 begann die Geschichte der Textilfabrik Roter Leuchtturm auf dem Kai Vyborg. Damals handelte es sich um die Nikolaev-Papierspinnerei der Aktiengesellschaft Voronin, Lutsh und Chesher. 1919, zwei Jahre nach der sozialistischen Oktoberrevolution, kam die Verstaatlichung und 1923 die Umbenennung in "Roter Leuchtturm". Zur Sowjetzeit befand sich die Fabrik an der Batenina-Straße gegenüber vom Karl-Marx-Werk. Bis 1958 bekam die Fabrik immer neue Bezeichnungen, aber der Name Roter Leuchtturm blieb. 1958 sprach man endlich vom Kombinat. 1992 folgte die Reprivatisierung, 1997 der Konkurs. Seit 2001 ist der Gebäudekomplex in der "Liste der neu identifizierten Objekte von historischem, wissenschaftlichem, künstlerischem oder anderem kulturellen Wert". 2008 wurde bekannt, dass sich das Objekt offenbar in der Hand eines jüdischen Versicherungsgiganten befindet. In den Folgejahren sollte die alte Fabrik zum Büroobjekt ausgebaut werden.

Wyborg-Papierspinnerei der Aktiengesellschaft Voronin, Lutsh und Chesher

alte Fabrik unter Denkmalschutz

alte Fabrik unter Denkmalschutz, Foto: Martin Schramme, 2018 alte Fabrik unter Denkmalschutz, Foto: Martin Schramme, 2018 alte Fabrik unter Denkmalschutz, Foto: Martin Schramme, 2018 alte Fabrik unter Denkmalschutz, Foto: Martin Schramme, 2018 alte Fabrik unter Denkmalschutz, Foto: Martin Schramme, 2018 alte Fabrik unter Denkmalschutz, Foto: Martin Schramme, 2018 alte Fabrik unter Denkmalschutz, Foto: Martin Schramme, 2018 alte Fabrik unter Denkmalschutz, Foto: Martin Schramme, 2018 alte Fabrik unter Denkmalschutz, Foto: Martin Schramme, 2018 alte Fabrik unter Denkmalschutz, Foto: Martin Schramme, 2018 alte Fabrik unter Denkmalschutz, Foto: Martin Schramme, 2018

Die Wassiljewski-Insel ist seit Beginn der Geschichte Sankt Petersburgs wichtiger Industriestandort der Stadt.

versteckter Schatz

LOMO - Kultkamera und Spitzenoptik aus Leningrad (Sankt Petersburg)

Lomo - Kamerafabrik, Foto: Martin Schramme, 2018 Lomo - Kamerafabrik mit Weltruf, Foto: Martin Schramme, 2018 Lomo - Kamerafabrik mit Weltruf, Foto: Martin Schramme, 2018

LOMO steht fuer Leningradskoje Optiko-mechanitscheskoje Obedinenije. 1914 gegruendet als russisch-franzoesische Compagnie fuer die Produktion von Linsen und Kameras, Herstellung optischer Instrumente fuer die russische Armee und Flotte Revolution 1917, Kontrolle durch Bolschewiki verhindert den Transfer von 1,5 Millionen Rubel der AG ins Ausland auf Konten des Konzerns Schneider-Creusot (Schneider et Cie), eine franzoesische Eisen- und Stahlmuehle, spaeter Waffenhersteller. 1919 Verstaatlichung nach Erlass vom Juni 1918. 1930 erste sowjetische Fotokamera, 1933 erste sowjetische Filmkamera. Kerngeschaeft Optiken und optische Instrumente fuer Labore. Anfang der 1930er Jahre wurde eine Kopie der Leica-Kamera entwickelt und eine Filmkamera in Anlehnung an die Technik von Carl Zeiss in Jena (Deutschland). Nach Ende der Sowjetunion Privatisierung, Optik vor allem fuer Deutschland, insbesondere Militaeroptik. 2005 Verlagerung der Produktion nach China. Lomo produziert Hightech Mikroskope, Teleskope, medizinische Endoskope, Beobachtungsgeraete, Nachtsichtgeraete, Spektralinstrumente und meteorologische Geraete, Technik fuer Kriminalistik, Lasertechnik und Geodaesie. Der erste sowjetische Filmprojektor Rus wurde im Juni 1918 fertiggestellt. Neben optischen Instrumenten stellte Lomo seit 1920 unter anderem Gewichte, Schaufeln und Lockenstaebe her. 1921 Name GOZ, sowjetische optische Fabrik. 1928 Fertigstellung eines Zwei-Meter-Stereo-Entfernungsmessers (Charakteristik des Unternehmens Kooperation zwischen Wissenschaft und Produktion) Ende der 1920er Jahre wollte Lomo die Produktion ausbauen und strebte Kooperation mit Carl Zeiss an. Der Plan wurde jedoch verworfen, weil die Deutschen sklavische Bedingungen stellten. August 1919 Grundstein fuer neue Anlage. 1930 erste sowjetische Amateurkamera Photocor, zunaechst mit Hilfe der Deutschen, ab 1932 komplett eigene Produktion. In den 1930er Jahren zahlreiche Neuentwicklungen, unter anderem Fotokanonenkugel. 1935 Kamera Tourist, 1939 bereits sieben Kameras im Sortiment. 1936 europaweit einziges Astro-Teleskop fuer Himmelskoerper im Pulkovo-Observatorium (gegr. 1839). Nach dem Ueberfall des nationalsozialistischen Deutschen Reiches 1941 auf die Sowjetunion Verlagerung von Teilen der Produktion an die Wolga in die Region der Stadt Kasan. Sieben Transporte im Juli und August 1941. GOMZ fuer den deutschen Generalstab eines der bedeutendsten Industrieunternehmen in Leningrad, daher Bombardements am 4. und 29. Oktober 1941. Produktion in Leningrad lief weiter trotz aller Entbehrungen. Die Front hatte einen großen Bedarf an Lomo-Produkten. Maerz 1942 Aufbau einer Anlage zur Herstellung von Kiefernextrakt, das reich an Vitamin C ist. Am Ende werden insgesamt 117.000 Portionen hergestellt, die vielen Menschen das Leben retteten. Viele Menschen starben gleichwohl an Kaelte, Hunger und Erschoepfung. Die Blockade von Leningrad dauerte vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944. Schwerer Artilleriebeschuss am 14. Januar 1943 mit Großkablibergeschossen fuer zweieinhalb Stunden. Die zerstoerten Anlagen konnten gleichwohl innerhalb von zwei Wochen wiederaufgebaut werden. 1946 Beginn der Produktion der Kamera Komsomolez. 1950er Jahre Großauftrag zur Ausstattung der Moskauer Staatlichen Universitaet mit optischen Geraeten. 1960 Installation des größten Teleskops in Europa (ZTSH, 2,6 Meter Spiegeldurchmesser) im Krim-Observatorium der Akademie der Wissenschaften der UdSSR (Union der Sozialistischen Sowjet Republiken). Fuer die Heldentat bekam Lomo den Leninorden. Drei Leninorden befanden sich noch im Herbst 2018 ueber dem Eingang des alten Lomo-Hauptgebaeudes. Wladimir Iljitsch Lenin: Von allen Kuensten ist das Kino fuer uns das wichtigste. 1931 KINAP Kinoausruester, andere Fabrik Progress.

Kunstrichtung Lomo-Graphie

alte Fabrik

alte Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2019 alte Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2019 alte Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2019 alte Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2019 alte Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2019 alte Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2019 alte Fabrik, Foto: Martin Schramme, 2019

In Sankt Petersburg stehen zahlreiche alte Fabriken.Um welche es sich hier handelt, war bisher nicht zu ermitteln.

Kulturpalast der Seeleute

Kulturpalast der Matrosen, Foto: Martin Schramme, 2019 Kulturpalast der Matrosen, Foto: Martin Schramme, 2019 Kulturpalast der Matrosen, Foto: Martin Schramme, 2019 Kulturpalast der Matrosen, Foto: Martin Schramme, 2019 Kulturpalast der Matrosen, Foto: Martin Schramme, 2019 Kulturpalast der Matrosen, Foto: Martin Schramme, 2019

Nach den Entwürfen des Architekten Nikolai Saburov und im Stile des Konstruktivismus wurde der erste Teil des Kulturpalasts der Matrosen 1932/33 errichtet. Bis 1937 wurde der gesamte Komplex fertiggestellt. Die Restaurierung des Gebäudekomplexes, der im Zweiten Weltkrieg beschädigt wurde, erfolgte 1959 nach den Plänen von Elena Chilingarova. 2003 ging das Licht aus im Palast. 2011 kursierten Berichte, wonach das Gebäude als Freizeitzentrum ausgebaut werden sollte. 2019 war das Objekt noch immer verwaist. Immerhin erinnerten die ramponierten Leuchtreklamen noch an Namen und Funktion des Hauses. Demnach gab es auch ein Kino. weitere Bilder vom Palast

Architekturdenkmal Kulturpalast S.M. Kirow (erbaut 1930-1937)

Foto: Martin Schramme, 2020 Foto: Martin Schramme, 2020 Foto: Martin Schramme, 2020 Foto: Martin Schramme, 2020 Foto: Martin Schramme, 2020 Foto: Martin Schramme, 2020 Foto: Martin Schramme, 2020

Der Palast der Kultur "S.M. Kirow" wurde in den Jahren 1930 bis 1937 im Architekturstil des Konstruktivismus mit Elementen des Neoklassizismus erbaut. Zu den Attraktionen des monumentalen Bauwerks im typischen Stil der Stalinzeit gehörte ein Theatersaal mit 4000 Plätzen.

Kulturpalast der Fernmeldearbeiter der Sowjetunion, ehemals deutsche reformierte Kirche

Foto: Tatiana Vorotneva, 2018 Foto: Tatiana Vorotneva, 2018 Foto: Tatiana Vorotneva, 2018

Am Moika-Fluss in Sankt Petersburg (Leningrad) befindet sich dieses eindrucksvolle Gebäude. Es handelt sich um das Kulturhaus der Fernmeldearbeiter der Sowjetunion (1917-1991). Dabei handelt es sich um eine architektonisch komplett überformte ehemalige reformierte deutsche Kirche. Die Kirche stammte aus den Jahren 1862 bis 1865. Im Sozialismus der Sowjetunion, wo Religion als "Opium für das Volk" (Lenin) galt und einige Kirchen zu Bibliotheken oder Schwimmhallen umfunktioniert wurden (wenn sie nicht gar verfielen), ließen die Stadtväter von Leningrad das Objekt in den Jahren 1932 bis 1940 zum Kulturhaus umgestalten. Zuletzt war in dem Gebäude das regionale pädagogische Zentrum der russischen Post untergebracht.

Seite über Deutsche in Sankt Petersburg und das Schicksal an der Moika

Haus der Offiziere

Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019

Eines der markantesten historischen Gebäude in Sankt Petersburg ist das Haus der Offiziere.

Kaufhaus "Au Pont Rouge"

Kaufhaus Au Pont Rouge in Sankt Petersburg, Foto: Martin Schramme, 2019 Kaufhaus Au Pont Rouge in Sankt Petersburg, Foto: Martin Schramme, 2019 Kaufhaus Au Pont Rouge in Sankt Petersburg, Foto: Martin Schramme, 2019 Kaufhaus Au Pont Rouge in Sankt Petersburg, Foto: Martin Schramme, 2019 Kaufhaus Au Pont Rouge in Sankt Petersburg, Foto: Martin Schramme, 2019 Kaufhaus Au Pont Rouge in Sankt Petersburg, Foto: Martin Schramme, 2019

Das Kaufhaus "Au Pont Rouge" war eines der ersten Kaufhäuser der Welt, steht am Eingang des Gebäudes. Doch mit der Eröffnung des Hauses 1907 war man recht spät dran, denn das erste Kaufhaus der Welt ("Le Bon Marche") wurde bereits 1852 in Paris eröffnet.

Baltisches Werk

Foto: Martin Schramme, 2018 Foto: Martin Schramme, 2018
aus der Sowjetunion: Orden mit Lenin, der Oktoberrevolution 1917 in Gestalt des Kreuzers Aurora und
der kommunistische Slogan PROLETARIER ALLER LAENDER VEREINIGT EUCH!

1856 ist das Gründungsjahr des Baltischen Werkes in Sankt Petersburg. In den mehr als 150 Jahren Betriebsgeschichte verließen Schiffe aller Art (Schlachtschiffe, U-Boote, Eisbrecher, Handelsschiffe), aber auch Dampfmaschinen, Diesellokomotiven und Russlands erstes Kampf-U-Boot (1903) die Werft. 2016 wurde "Arktika", der weltweit größte Atomeisbrecher, fertig.

Geschichte des Werkes auf der Internetseite des Unternehmens.

altes Feuerwehrhaus (erbaut 1872-1874)

historisches Feuerwehr-Haus in Sankt Petersburg, Foto: Martin Schramme, 2018 Foto: Martin Schramme, 2018

Der rote Ziegelbau mit dem markanten Turm zieht sofort alle Blicke auf sich. So ein schickes Gebäude hat nicht jede Feuerwehr.

Pracht-Villa unter Denkmalschutz

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Architektur-Denkmal: Villa Preiselbeere, erbaut in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, umgebaut 1860. Architekten A.S. Andrejew, E.E. Anikin. Umgebaut in den Jahren 1884 bis 1885. Architekt A.S. Kowscharow. Geschützt durch den Staat.

Fliesenwände an ehemaligem Kaufhaus in Leningrad

Kaufhaus aus der UdSSR, Foto: Martin Schramme, 2018 Kaufhaus aus der UdSSR, Foto: Martin Schramme, 2018 Kaufhaus aus der UdSSR, Foto: Martin Schramme, 2018

Während der Zeit der Sowjetunion (1917-1991) hieß das heutige Sankt Petersburg Leningrad. Aus der Zeit stammen die Fliesenwände eines alten Kaufhauses unweit des Newa-Flusses.

Kulturpalast Gorki

, Foto: Martin Schramme, 2019 , Foto: Martin Schramme, 2019 , Foto: Martin Schramme, 2019

Im November 1927 war die Eröffnung des Kulturpalasts. Die sozialistische Revolution 1917 war gerade zehn Jahre alt. 1937 gab es für den Palast einen Grand Prix der Weltausstellung in Paris. mehr (russisch)

Metallfabrik seit 1857

Leningrader Metallfabrik, Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Leningrader Metallfabrik, Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Leningrader Metallfabrik, Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019

1857 ist das Jahr der Gründung des Leningradskii Metallicheskii Zavod (LMZ - Leningrader Metallwerk), das damals noch Sankt Petersburger Metallwerk hieß. Kaufmann S.M. Rasterjaew machte den Anfang. In den Anfangsjahren stellte der Betrieb Drähte, Schalen, Mörser und Samoware her. In den 1870er Jahren entwickelte sich das Unternehmen zum Hersteller größerer Stahlbauwerke wie Kräne und Brücken. Noch vor der Jahrhundertwende 1900 kamen Kessel, Werkzeugmaschinen, Wagen und Militärprodukte hinzu. Die Ingenieure zeichneten in den Jahren vor der Revolution unter anderem auch für den Bau von Kriegsschiffen und Kuppeln etwa für das Observatorium in Pulkovo verantwortlich. Im Zweiten Weltkrieg konzentrierte man sich im Metallwerk auf die Waffenproduktion. Dabei war die Fabrik massivem Beschuss durch die Deutschen ausgesetzt. Es gab 651 mal Luftalarm. 1907 war die Produktion von Turbinen nach dem Vorbild des Franzosen Auguste Rateau angelaufen. Das Werk bekam während der Zeit der Sowjetunion (1917-1991) zwei Lenin-Orden und stellte beim Bau von Dampf- und Wasserturbinen mehrere Weltrekorde auf. 1991 ging das Unternehmen ein Joint Venture mit deutschen Traditionsunternehmen Siemens ein. Ziel: der Bau von Gasturbinen. Nach dem Ende der Sowjetunion wurde vom Namen der Fabrik die Wörter Leningrader sowie der Name XXII. Kongress der KPdSU entfernt. Das rote Gebäude an der Newa ist das Verwaltungsgebäude der Schwermaschinenfabrik. Der Turm mit der Uhr wurde offenbar erst nach der sozialistischen Oktoberrevolution 1917 erbaut.

Link zur Fabrik

alte Fabrik in Sankt Petersburg

alte Fabrik in Sankt Petersburg, Foto: Martin Schramme, 2019 alte Fabrik in Sankt Petersburg, Foto: Martin Schramme, 2019 alte Fabrik in Sankt Petersburg, Foto: Martin Schramme, 2019

Es gibt viele alte Fabriken in Sankt Petersburg. Was hier wohl hergestellt wurde?

Kronstadt auf der Insel Kotlin

Kronstadt, Foto: Martin Schramme, 2019 Kronstadt, Foto: Martin Schramme, 2019 Kronstadt, Foto: Martin Schramme, 2019 Kronstadt, Foto: Martin Schramme, 2019

Kronstadt befindet sich auf der Insel Kotlin, die Sankt Petersburg vorgelagert ist. Damit kam der Insel beizeiten eine wichtige strategische Bedeutung zum Schutz der neuen Hauptstadt des Russischen Reiches zu. Zuvorderst galt es, die Angriffe der Schweden abzuwehren. Zuletzt kam Kronstadt eine sehr wichtige Rolle bei der Verteidigung Leningrads während es Zweiten Weltkrieges zu. Den Faschisten aus dem Deutschen Reich und Finnland gelang es letztlich nicht, Kostlin und Kronstadt einzunehmen, was Leningrad (wie Sankt Petersburg damals hieß) davor bewahrte, auch noch aus nächster Nähe von der Ostsee aus beschossen zu werden. Im Juni 1941 griff Hitler-Deutschland die Sowjetunion an und stieß schnell ins Landesinnere vor. Ende September 1941 begann die deutsche Luftwaffe damit, schwere Angriffe primär gegen die Ostseite der Insel zu fliegen, wo sich Industrie- und Militäranlage konzentrierten. Es gab gewaltige Explosionen und Verluste auf beiden Seiten, berichten Historiker in Russland. Die Deutschen konnten Kotlin nicht einnehmen. Ein wichtiger Grund dafür war, dass die Russen das Radar besaßen, ein anderer Grund, dass die Deutschen zu arrogant an die Operation herangingen. Die Baltische Flotte konnte sich behaupten und wurde vom Generalstab in einem Bunker geleitet, der sich in einem Bunker im Stadtgebiet Sankt Petersburg befand.

Pulkovo Observatorium

Kosmosforschung und futuristische Architektur der Sowjetunion, Foto: Martin Schramme, 2019 Kosmosforschung und futuristische Architektur der Sowjetunion, Foto: Martin Schramme, 2019

Das Observatorium in Pulkovo ist eines der bedeutendsten Observatorien in Europa und weltweit. Auf dem Forschungsgelände finden sich auch etliche Beispiele futuristisch anmutender Architektur Made in USSR.

sowjetisches Kaufhaus

Kaufhaus der UdSSR, Foto: Martin Schramme, 2019 Kaufhaus der UdSSR, Foto: Martin Schramme, 2019 Kaufhaus der UdSSR, Foto: Martin Schramme, 2019

Im Stil unverkennbar - ein Kaufhaus aus der Zeit der Sowjetunion (1917-1991).

Wandbild der revolutionären Arbeiter

Arbeiterwandbild aus der Sowjetunion, Foto: Martin Schramme, 2019 Arbeiterwandbild aus der Sowjetunion, Foto: Martin Schramme, 2019

"Proletarier aller Länder vereinigt Euch" ist auf diesem sowjetischen Wandbild in Sankt Petersburg (ehemals Leningrad) zu lesen. Es handelt sich um den letzten Satz im "Kommunistischen Manifest" von Karl Marx (1848) und den weltbekannten Slogan der kommunistischen Internationale.

Gullydeckel aus der Sowjetunion

Gully aus der UdSSR, Foto: Martin Schramme, 2018 Gully aus der UdSSR, Foto: Martin Schramme, 2018

1983 installierten Arbeiter diesen Gullydeckel im Zentrum von Leningrad. Im Herbst 2018 verrichtete dieses Relikt aus Sozialismus-Zeiten in der Stadt, die nun Sankt Petersburg heißt, noch immer seinen Dienst.

Industrie und Handel Petersburgs im Brockhaus-Lexikon von 1895:
"Petersburg ist eine der wichtigsten Fabrikstädte Russlands. Es hatte Anfang 1893: 514 Privatfabriken mit 77.426 Arbeitern und 151,7 Millionen Rubel Produktion. Am wichtigsten sind die Baumwollfabriken, die Eisengießereien und Maschinenfabriken, darunter in der Nähe der Obuchowschen und die Putilowschen Eisenhüttenwerke; ferner 17 Wollwaren-, 26 Papier- und Kartonnage-, 27 chemische, 14 Tabak-, 29 Leder- und 7 Glasfabriken. Dazu die großartigen kaiserlichen Glas- und Porzellanfabriken und die kaiserliche Maschinenfabrik in Alexandrowsk. Im Großhandel sind gegen 12.000 Firmen thätig mit einem Umsatz von 1785 Millionen Rubel."

Wirtschaft in Petrograd/Sankt Petersburg/Leningrad bis 1945
Aktien-Gesellschaft für Waggon- und Maschinenbau "Phönix" (gegr. 1895, Verwaltung in St. Petersburg, Produktion in Riga: Eisenguss, Stahlwerk, Walzwerk, Waggonbau und Reparatur von Lokomotiven)
Fabrik für Papier und Cellulose (Papierfabrik aus Frankreich, gegr. 1913)
Kohlen-Handel und Industrie AG "Paul Boeckel" (Pawel Bekel, 1899 gegr., Handel mit Steinkohle, Koks, Gusseisen, Ton, Ziegeln und Zement, Betrieb von Brikettfabriken)
Petrograd-Tula Land-Bank
Russian & English Bank
Russisch-Bayerische Bierbrauerei-Gesellschaft unter der Firma "Bavaria" (gegr. 1863, Kapital primär aus München)
Russische Elektrotechnische AG ASEA (gegr. 1915, Deutsche und Schweden brachten die Elektrotechnik nach Russland, auch hier bewährte sich der Technologietransfer aus dem Ausland, auf den Russland immer wieder und auf breiter Front setzte, ASEA produzierte Elektromotoren erst in Schweden und exportierte sie nach Russland, geriet aber wegen der Aktivitäten der Konkurrenz in Russland zunehmend ins Hintertreffen)
Russische Elektrotechnische Werke Siemens & Halske AG (gegr. 1893)
Russische Gesellschaft "Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft" (gegr. 1898, AEG-Tochter zur Erschließung des russischen Marktes, 1902 Umwandlung in russische AG)
Russisch-Norwegische Forstindustrie AG (gegr. 1917)
Sankt Petersburger Gesellschaft Hoffnung für Fluss-, See- und Land-Transport-Versicherung
Sankt Petersburger Internationale Handelsbank
Société Russe "Naphte" pour l'Extraction, le Transport, la Conservation et le Commerce des Produits de Naphte (Naphte = alte Bezeichnung für Erdöl)
Stadt Sankt Petersburg (Obligation der Stadt SPB, ausgegeben um 1900, Mittel wurden zum Aufbau des Telefonnetzes, dem Bau von Markthallen, Brücken, Krankenhäusern, des Schlachthofes und den Umbau von Pferdeeisenbahnen verwendet)
Süd-Ost-Eisenbahn-Gesellschaft
Usines Franco-Russes (gegr. 1881 zur Übernahme der Admiralitätswerft in Sankt Petersburg sowie eines Kupferwalzwerkes, eigentlich Baird-Werft nach dem Schotten Charles Baird, der 1815 Russlands erstes Dampfschiff bauen ließ)
Versicherungs-Gesellschaft "Russischer Lloyd"
Zarskoje Selo-Eisenbahngesellschaft (erste Eisenbahn Russlands, die 27 Kilometer lange Strecke verband Sankt Petersburg mit Zarskoje Selo und Pawlowsk, im Herbst 1837 wurde die Gesamtstrecke eröffnet, der Österreicher Franz Anton von Gerstner initiierte den Bau)

Moskau - neue Hauptstadt Russlands

Moskau, die Stadt am gleichnamigen Fluss, ist das politische Zentrum Russlands und die größte Stadt Europas. Zu den bemerkenswertesten Bauwerken gehört neben dem Kreml und der Lomonossow-Universität die Metro.

Fernsehturm Ostankino

Ostankino, Foto: Martin Schramme, 2019 Ostankino, Foto: Martin Schramme, 2019

Der Fernsehturm "Ostankino" in Moskau, fertiggestellt 1976, ist das höchste Bauwerk Europas. Bis 1975 war der Turm sogar das höchste Gebäude der Welt.

Metro Moskau

Metro Moskau, Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017 Foto: Tatiana Vorotneva, 2017

Die Metro in Moskau war ein Sinnbild für den Sieg des Sozialismus. Tatkraft, Heroismus, Klassenbewusstsein, Personenkult und sozialistische Moderne verschmelzen dort zu einem atemberaubenden Gesamtkunstwerk. Nach dem Bau der U-Bahn in London während der 1870er Jahre reiften auch in Russland Überlegungen, ein U-Bahn-Projekt voranzutreiben. Doch damals fanden sich dafür keine politischen Mehrheiten. Nach der Oktoberrevolution 1917 erlebte der Gedanke eine Neuauflage. 1923 bekam das deutsche Technikunternehmen Siemens Bauunion den Auftrag, eine Metro für Moskau zu projektieren. Das Ergebnis lag 1925 vor: Ein 80 Kilometer langes Tunnelsystem mit 86 Stationen sollte entstehen. Der Bau scheiterte allerdings am Geld. Erst 1931 begannen die Bauarbeiten. Zehntausende Menschen mit primitivstem Gerät waren im Einsatz. Den Fertigstellungstermin zu halten, war trotz aller Bemühungen am Ende nur durch den Kauf und Einsatz englischer Tunnelvortriebstechnik möglich. Im Mai 1935 fuhr schließlich die erste U-Bahn. Inzwischen war das Projekt zur Sache des Komsomol, der sowjetischen Jugendorganisation, geworden.

Moskau im Brockhaus-Lexikon von 1894: 1890 bestanden 9819 industrielle Etablissements. Der größte Teil davon kommt auf Metallbearbeitung (1076), Bearbeitung von Faserstoffen (1752), Holz (881), Herstellung von Maschinen, Waffen, Instrumenten u.a. (577), Papier- und Lederfabrikation (609), Bauindustrie (814), Herstellung von Lebensmitteln (654), Kleidung, Schuhwerk, Wasch- und Reinigungsanstalten (3916). Die Zahl der beschäftigten Arbeiter im Ganzen war 122438, davon in der Textilindustrie 35689, in der Metallbearbeitung 10915, im Maschinenbau 7756. Der Umsatz im Handel wird auf 2000 Millionen Rubel jährlich geschätzt und kommt auf etwa 16000 Handelsgeschäfte. Bedeutend ist der Theehandel.

Betriebe nach 1945
Erste Moskauer Uhrenfabrik "S.M. Kirow"
Moskauer Lenin-Werk "Roter Proletarier"

Wirtschaft in Moskau vor 1945
Prochoroff-Fabrik

Tobolsk / Region Tjymen - das russische Tor Sibiriens

Tobolsk ist eine Industriestadt im ältesten russischen Siedlungsgebiet Sibiriens und war dort einst die Hauptstadt. Größter Sohn der Stadt ist der Chemiker Dimitri Mendelejew, der das Periodensystem der Elemente entwickelte. Tobolsk war 1917 für Zar Nikolaus II., den letzten der Romanows, und seine Familie der erste Verbannungsort nach der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution. Auch für den namhaften Schriftsteller Fjodor Dostojewski war das Machtzentrum am Zusammenfluss von Irtysch und Tobol ein Schicksalsort. Der wegen frühsozialistischer Umtriebe (Anhänger des Petraschewski-Zirkels) zu vier Jahren Zwangsarbeit Verurteilte hatte hier auf dem Weg nach Omsk einen Zwischenhalt. Markante Mitte des Ortes ist der Tobolsker Kreml, der auf dem Steilufer des Irtysch steht und sich so hoch über der Altstadt erhebt.

Wandbild aus der Sowjetunion Nr. 1 (Mosaik, 1988)

Foto: Martin Schramme, 2018 Foto: Martin Schramme, 2018 Foto: Martin Schramme, 2018

Diese heroische Darstellung der arbeitenden Bevölkerung hatte im Herbst 2018 ganze 30 Jahre überstanden. Das Mosaik in Tobolsk ist ein Werk aus der Sowjetunion und damit aus der Zeit des Kommunismus.

Wandbild aus der Sowjetunion Nr. 2 (Mosaik)

Foto: Martin Schramme, 2018 Foto: Martin Schramme, 2018

Die Arbeiter und Bauern, der arbeitende Mensch, der, der die wahren Werte schafft, sollte im Mittelpunkt der Gesellschaft stehen und die Macht ausüben. Das war die Idee des Kommunismus, wie er in der Sowjetunion entstehen sollte. Zu Ehren der arbeitenden Bevölkerung entstanden in der Zeit von 1917 bis 1991 zahlreiche Kunstwerke. Eine beliebte Variante waren farbenfrohe Mosaike an öffentlichen Gebäuden oder Fassaden von Wohnblocks. So auch in Tobolsk, dem Tor nach Sibirien.

Panzer-Denkmal zur Erinnerung an den Afghanistan-Krieg

Panzer T-72M aus dem Afghanistan-Krieg, Foto: Martin Schramme, 2018 Panzer T-72M aus dem Afghanistan-Krieg, Foto: Martin Schramme, 2018 Panzer T-72M aus dem Afghanistan-Krieg, Foto: Martin Schramme, 2018 Panzer T-72M aus dem Afghanistan-Krieg, Foto: Martin Schramme, 2018 Panzer T-72M aus dem Afghanistan-Krieg, Foto: Martin Schramme, 2018

Dieser Panzer T-72M mit verstärkter Panzerung und 125 Millimeter-Kanone steht auf dem "Platz des Mutes" im 8. Mikrobezirk der sibirischen Stadt Tobolsk seit 2011. Wenige Jahre zuvor war bereits eine Gasse der Erinnerung für Soldaten entstanden, die in den 1970er und 2010er Jahren in Russland und im Ausland starben. Das blutigste Kapitel war dabei der Afghanistan-Krieg (1979-1989). Er wurde das, was für die USA Vietnam war: ein Albtraum. Hatte die Sowjetunion einst erfolgreich die Befreiungsorganisation Vietcong ausgerüstet, waren es nun die Vereinigsten Staaten, welche die Mudschahidin mit modernsten Waffen bestückten. Die Sowjetunion wollte die neue kommunistische Regierung unterstützen, die sich an die Macht geputscht hatten. Dazu war ursprünglich nur eine kurze Militärintervention geplant. Doch die Gegenwehr der islamischen Fundmentalisten war stärker als erwartet. Die Sowjetunion wurde immer tiefer in einen bestialischen Guerillakrieg gezogen und verlor viele ihrer meist blutjungen Soldaten. Der amerikanische Geheimdienst CIA investierte mehrere Milliarden US-Dollar in die Islamisten. Die CIA beschaffte unter anderem Stinger-Raketen, die mit Hilfe des pakistanischen Geheimdienstes ISI ins Land kamen und für sowjetische Hubschrauberbesatzungen extrem gefährlich waren. 115.000 Soldaten schickte die Sowjetunion nach Afghanistan. Nach Angaben des russischen Generalstabs starben mehr als 26.000 Soldaten. Der Einsatz war mit der Hoffnung verbunden, einen islamischen Flächenbrand zu verhindern. Beim Truppenabzug im Februar 1989 war die Sowjetunion tief gedemütigt und in Afghanistan hatten mehr als eine Millionen Menschen ihr Leben verloren. Zu den prominenten Kämpfer auf Seiten der Mudschahidin gehörte der Topterrorist Osama bin Laden. Der Krieg wurde zur Keimzelle für das Terrornetzwerk Al-Quaida. Bis heute ist der Afghanistan-Krieg ein Trauma für die stolze russische Armee, die sich nicht zuletzt wegen ihres heldenhaften Sieges im Zweiten Weltkrieg gegen das NS-Regime als unschlagbar verstanden hatte.

Tobolsk im Brockhaus-Lexikon von 1895: "Betrieben werden Fischerei, Fuhrwesen, Schiffbau, Gerbereien, Talg- und Seifensiedereien, Ziegeleien und andere." Provinzhauptstadt Tjumen: "Herstellung von Teppichen, 150 industrielle Etablissements, darunter Gerbereien, Seilereien, Eisengießereien, Zündhölzchenfabrik unter anderem, und Transithandel von und nach Sibirien." Königsberg war bis 1945 eine stolze Stadt in Ostpreußen (Deutsches Reich). Nach dem barbarischen Vernichtungsfeldzug des Deutschen Reiches gegen die Sowjetunion fiel die Stadt 1945 in die Hand der Roten Armee und wurde zu einem Teil Russlands. Nach dem Niedergang der Sowjetunion 1991 und der Abtrennung der baltischen Staaten (Litauen, Lettland, Estland) wurde das Kaliningrader Gebiet zu einer russischen Enklave an der Ostsee, ohne Landzugang zu Russland.

Königsberg (Ostpreußen/Kaliningrad - Russland)

Königseck mit Kreuz-Apotheke

Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung Foto: Mikhail Ogorodnikov, mit freundlicher Genehmigung

Unglaublich, aber wahr: An der Frunze-Straße in Kaliningrad verfällt ausgerechnet direkt neben der Gazprombank, also der Bank des mächtigsten und reichsten russischen Unternehmens, ein fantastisches Gebäude mit der Kreuz-Apotheke, Bauzeit um 1900, das sich im alten Königsberg an der Königsstraße 73-75 befand. 1987, in der Endphase der Sowjetunion, sollte das Jugendstilbauwerk restauriert werden, wofür seine Bewohner auszogen. Doch weitere Jahrzehnte vergingen und nichts passierte. Die Sowjetunion hatte das Haus verschont. Es wurde bewohnt, während ringsum sozialistische Neubauten entstanden. Seit 1990 wechselte wiederholt der Besitzer. 2013 hieß es, das Bauunternehmen Rossban AG wolle das Haus sanieren. Die AG besaß das Objekt allerdings schon seit 2007 und hatte der Stadt versprochen, es in Ordnung zu bringen. 2003 schon wollte die Stadtverwaltung das Bauwerk abreißen lassen, doch Kaliningrader protestierten und die Medien stimmten ein in den Protest. Denkmalschutz ist ein Stiefkind geblieben in Kaliningrad, von wenigen Privatinitiativen einmal abgesehen. 2015 schätzte der ortskundige Immobilienexperte Uwe Erich Niemeier die Kosten einer Sanierung des Objekts auf mehr als 3,5 Millionen Euro. Den Wert der Immobilie taxierte er mit faktisch Null, doch das Grundstück darunter mit zwölf Millionen Euro. Im Mai 2018 stürzten erhebliche Teile der Fassade ein, nachdem zwischenzeitlich mit der Sanierung des Objektes begonnen worden war. (Siehe Video!)

Das Königseck überstand als eines der wenigen Gebäude in Königsberg den verbrecherischen Bombenterror der Engländer im August 1944, wo auch Napalm zum Einsatz kam, ein tödliches Brandmittel, das große Hitze erzeugt, an der Haut haftet und mit Wasser nicht zu löschen ist.

das Königseck bei Google maps als Street view

Wirtschaft in Königsberg bis 1945
AG Brauerei Ponarth Königsberg
Aktien-Brauerei Schönbusch zu Königsberg (gegr. 1871)
Carl Petereit AG (gegr. 1919, Herstellung und Vertrieb von Weinbrand, Spirituosen, Likören, Weinen, Fruchtsäften, Spiritus und anderen Artikeln)
Feldmühle Papier- und Zellstoffwerke AG
F. Schichau GmbH Elbing Danzig Königsberg (Schiffswerften, Lokomotivfabrik, Maschinenfabrik, Gießerei und Schmiede, Stahl- und Brückenbauanstalt)
Johann Gumbold Kunstgewerbliche Möbelfabrik, Münzstr. 25-26 (gegr. 1875)
J.O. Preuss AG (gegr. 1921 unter Übernahme der gleichnamigen oHG, gegr. 1877)
Julius Dumcke Likörfabrik und Weingroßhandlung (gegr. 1849)
Kohlensäure- und Bierdruck-Apparate-Fabriken Oster &am; Co. GmbH (Fabrikation von Kohlensäure, Sauerstoff, Flüssiger Luft, Bierdruck-Apparaten, Eisschränken, Repositorien, Ladeneinrichtungen)
Koholyt AG
Königsberg-Cranzer Eisenbahn-Gesellschaft (gegr. 1885)
Königsberger Hartungsche Zeitung und Verlagsdruckerei AG (seit 1872)
Königsberger Kartonnagen-Fabrik Gebr. Schaack (Packpapier-, Wellpappen- und Pappen-Großhandlung, Spezialität: Reklamekartons für Konfektion und Damenhüte, eigene Prägerei: Anfertigung von Postversand-, M&uum;tzen-, Kranz-, Blumen-, Herz-, Konfitüren-, Fleisch-, Eier-, Butter-, Käse-, Zigaretten-, Muster- und Lagerkartons in solider Ausführung und billigsten Preisen; Zweigfabrik: Danziger Kartonnagen-Fabrik Schaack & Bloch, Danzig-Langfuhr, Hauptstr. 23)
Königsberger Kühlhaus und Kristall-Eis Fabrik AG
Königsberger Lagerhaus Aktiengesellschaft (gegr. 1896, Getreidespeicher 1911/12 auf rund 60.000 Tonnen erweitert und damit größter Getreidespeicher Europas)
Königsberger Mühlenwerke Aktiengesellschaft (Mühle 1889 gegr., Fabrikate aus Erbsen, Hafer und Gerste, Handel mit Hülsenfrüchten)
Matzdorf & Glaser Damen-Mäntel-Fabrik, Kantstr. 3/4 (Mäntel, Kostüme, Röcke)
M. Mathias & Co. Schirmfabrik
Odinwerk Maschinenfabrik und Gießerei Bartlick und Rägler
Ostdeutsche Waagenfabrik (Ost-Waag, Inhaber: Otto Schäfer)
Oster & Co. (Herstellung von Hochdruck-Gaszylindern)
Ostpreussische Kleinbahnen-Aktiengesellschaft, Königsberg
Pertrix Ostpreußische Elemente- und Batteriefabrik GmbH
Samlandbahn-AG, Königsberg
Todtenhöfer A.G. (gegr. 1895, Handel und Fabrikation von Fahrrädern)
Viktoria Gießerei und Maschinenfabrik Fritz Wittmoser (Bau von Waffenteilen)
Waggonfabrik L. Steinfurt AG, Königsberg (gegr. 1830,, einer der ältesten Lieferanten der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft, Eisenbahnwaggonbau seit 1865)
Zellstoff-Fabrik Königsberg

Eintrag im Brockhaus von 1894: Es bestehen mehrere sehr bedeutende Eisengießereien und Maschinen-, besonders Lokomotivfabriken, darunter die Union, ferner Dampfmühlen, Holzschneidewerke, Brennereien, Fabrikation von Tabak und Cigarren, Zündhölzern, Klavieren, Dachpappe, Asphalt, Holzcement und Mineralwasser, 13 Brauereien in und drei vor der Stadt. Berühmt ist die Marzipanfabrikation.

Links
Wiederbelebung des Marzipans aus Königsberg
echtes Königsberger Marzipan nach Deutschland gerettet
Königsberger Marzipan in Berlin

Quellen
citywalls.ru
tobolsk.info
leningradpobeda.ru
gutowski.de
hwph.de
spiegel.de

Trivia
Eigentlicher Erfinder des Radars ist ein Deutscher, der allerdings das Pech hatte, zu früh mit seiner Idee zu kommen. Sein Name: Christian Hülsmeyer. Bereits 1904 hatte er das System der Fernabtastung mittels elektromagnetischer Wellen erfolgreich getestet und seine Erfindung Telemobiloskop genannt.