Dessau (Dessau-Roßlau, Sachsen-Anhalt)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
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letzte Änderung am 23.02.2024

Dessau war bis 1945 eine wichtige Industriestadt in der Mitte des Deutschen Reiches. Forscher und Ingenieure aus der Stadt beeinflussten unter anderem den modernen Flugzeugbau (Junkers) und den internationalen Wohnungsbau (Bauhaus) maßgeblich. Die Chemische Industrie der Stadt erlangte allerdings auch traurige Berühmtheit, denn das Schädlingsbekäpfungsmittel Zyklon, im Nationalsozialismus als Vergasungsmittel gegen Menschen missbraucht, kam ebenfalls aus Dessau.

VEB Papierfabrik Dessau

Papierfabrik in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Papierfabrik in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Papierfabrik in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Papierfabrik in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019

Der VEB Papierfabrik Dessau (DDR) war früher ein Zweigbetrieb der Leipziger Wellpapierfabrik Moll & Söhne mit Sitz in Lucka (Sachsen). 1900 war die Firma als Leipziger Wellpapierfabrik Gräßle, Laupitz und Co. entstanden. Die Wellpappe war aus den USA über England nach Deutschland gekommen. Das Unternehmen The Thompson & Norris Co. aus Brooklyn (New York) agierte seit 1883 in Europa (Jülich/Deutschland, London/England, Paris/Frankreich) mit dem revolutionären Verpackungsmaterial, dessen Erfindung allerdings auf ein Patent der Engländer Edward Charles Healey und Edward Ellis Allen von 1856 zurückging, wobei die bis heute übliche zweiseitige Beschichtung gewellten Papiers eine Idee des US-Amerikaners Oliver Long war. 1892 gründete Fedor Schoen in Kön die erste selbstständige deutsche Wellpappefabrik. Er nutzte die Gunst der Stunde, auf ein erloschenes Patent zu reagieren und lizenzfrei zu produzieren. In der DDR gehörte die Fabrik als Werk III zum VEB Vereinigte Zellstoff- und Papierfabriken Merseburg.

Unter dem Titel "Die Zeitkapsel" hat der Künstler Benjamin Kerwien die Papierfabrik Dessau gleich mehrfach verewigt.

Jonitzer Mühle, E. Schlobach & Co. (erbaut 1883)

Jonitzer Muehle in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2013 Jonitzer Muehle in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013

In Dessau-Waldersee an der Mulde steht ein markantes Bauwerk: die Jonitzer Mühle. Der Koloss aus Klinker ist ein Bauwerk des Industriezeitalters, erbaut 1883 stammt es aus der Gründerzeit, als das geeinte Deutsche Reich zur Weltmacht aufstieg. 1971 brannte die Mühle aus. Es gab mehrere Vorläufer. So ist überliefert, dass Friedrich Schlobach die Mühle 1780 errichten ließ und Gustav Adolf Schlobach die Mühlenwerke 1861 erneuerte.

Handwerkerviertel in Dessau

Handwerkerviertel in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2013 Handwerkerviertel in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2013 Handwerkerviertel in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2013 Handwerkerviertel in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2013

Das Handwerkerviertel wurde 1936/37 als ein Wohngebiet der Junkers-Werker errichtet. Zwischen Kabelweg und der Eyserbeckstraße entstanden 500 Wohnungen, errichtet von der Gemeinnützigen Siedlungsbaugesellschaft für Dessau Stadt und Land.

Österreichviertel in Dessau

Oesterreich-Viertel in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2013 Oesterreich-Viertel in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2013 Oesterreich-Viertel in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2013 Oesterreich-Viertel in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2013

Die 1936 von den Nazis gebildeten Junkers Flugzeug- und Motorenwerke AG (JFM) in Dessau benötigten sehr viele Arbeiter. In Spitzenzeiten waren es allein am Standort Dessau 40.000 Arbeiter.

Volksschwimmhalle in Dessau (DDR)

Volksschwimmhalle in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2013 Volksschwimmhalle in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2013 Volksschwimmhalle in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2013 Volksschwimmhalle in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2013

Bis 2012 gab es Überlegungen, die zu DDR-Zeiten errichtete Volksschwimmhalle (Südschwimmhalle) in Dessau zu sanieren. Seitdem steht fest: Die Schwimmhalle soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden. Als Standort wurde die Mühleninsel entgegen der Bedenken wegen möglicher Hochwasserschäden favorisiert.

Güterbahnhof Dessau (Baudenkmal, 1877 eröffnet)

Gueterbahnhof Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Gueterbahnhof Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Gueterbahnhof Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Gueterbahnhof Dessau, Foto: Martin Schramme, 2022 Gueterbahnhof Dessau, Foto: Martin Schramme, 2022 Gueterbahnhof Dessau, Foto: Martin Schramme, 2022 Gueterbahnhof Dessau, Foto: Martin Schramme, 2022

Der Güterbahnhof Dessau wurde 1877 eröffnet. Wer weiß mehr über das Objekt? Bitte hier schreiben!

Bahnbetriebswerk Dessau (Bw)

Bahnbetriebswerk Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Bahnbetriebswerk Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Bahnbetriebswerk Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Bahnbetriebswerk Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Bahnbetriebswerk Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Bahnbetriebswerk Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Bahnbetriebswerk Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Bahnbetriebswerk Dessau, Foto: Google Maps

Am 5. Mai 2021 berichtete die "Mitteldeutsche Zeitung", dass der Stadtrat von Dessau über die Idee befinden muss, ob die geplante Erweiterung des Dessauer Tierparks auf das Gelände des ehemaligen Bahnbetriebswerkes zu befürworten ist. Die Tierpark-Leitung versicherte dem Bericht zufolge, alle historischen Gebäude des Baudenkmals nutzen (also retten) zu wollen.

Film aus dem Bahnbetriebswerk Dessau (Link zu Youtube)

Wallwitzhafen am Rande von Dessau

Wallwitzhafen, Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2013 Foto: Martin Schramme, 2015 Foto: Martin Schramme, 2015

1934 errichteter Getreidespeicher an der Mündung der Peisker in die Elbe. Er gehörte zum ehemaligen Güterumschlagplatz Wallwitzhafen. Seit 1899 hieß der Betreiber des Hafens "Speditions-Verein Mittelelbische Hafen- und Lagerhaus-Aktien-Gesellschaft". Das Unternehmen betrieb auch den Sophienhafen in Halle sowie Häfen in Torgau und Kleinwittenberg. Bei einem Bombenangriff im März 1945 wurde der Hafen schwer getroffen. Von 1965 bis 1975 wurde der Hafenbetrieb schrittweise ins nahe Roßlau verlegt. Vor dem Speicher direkt am Elbufer waren im Sommer 2015 noch Reste der alten Kai-Anlagen zu erkennen.

Wilhelm Koch KG, Eisenwaren

Wilhelm Koch KG, Eisenwaren, Foto: Martin Schramme Wilhelm Koch KG, Eisenwaren, Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

Die ehemalige Eisenhandlung "Wilhelm Koch KG" liegt im Dessauer Gasviertel. Hugo Koch und Karl Nitschke waren einst die Inhaber des 1889 errichteten Bauwerks in der Blumenthalstraße 16. 1990 verkaufte die Treuhand das Gebäude. Dann drohte der Verfall. Im Mai 1998 kaufte die das Haus. Inzwischen ist es saniert.

Mausoleum des Hauses Anhalt

Mausoleum des Hauses Anhalt, Foto: Martin Schramme

Friedrich I., Herzog von Anhalt, ließ das Mausoleum 1894-1898 (Auferstehungskapelle mit Gruft) als würdige Grabstätte des Hauses Anhalt und Askanien bauen. 1893 war bereits mit der Anlage eines Parkes begonnen worden durch Gartendirektor Hooff aus Köthen. Nach 1945 verfiel das Bauwerk, seit 1986/87 wurde es saniert.

Friedrich-Kaserne Dessau (erbaut 1897-1899, Rosenhof, Denkmalschutzobjekt)

Friedrich-Kaserne Dessau, Foto: Martin Schramme Friedrich-Kaserne Dessau, Foto: Martin Schramme

Der so genannte Rosenhof, ehemals Friedrich-Kaserne, wurde Ende September 1898 an der Albrechtstraße in Dessau eingeweiht. Dort war anfangs Infanterie, später auch die Luftwaffe stationiert. Die Gebäude umrandeten den Exerzierplatz.

Wörlitzer Bahnhof

Woerlitzer Bahnhof Dessau, Foto: Martin Schramme Woerlitzer Bahnhof Dessau, Foto: Martin Schramme

Dieses Gebäude war der Bahnhof Dessau der Dessau-Wörlitzer-Eisenbahn. Die Eröffnung der Bahnstrecke erfolgt Ende September 1894. Die Eigentümerschaft der Bahnstrecke änderte sich oft. Den Anfang machte die Lokalbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Vering & Waechter KG GmbH & Co. aus Berlin und sie überführte den Betrieb bereits im April 1899 in die Deutsche Eisenbahn-Betriebsgesellschaft (DEBG). Am 25. Mai 1968 stellte die Deutsche Reichsbahn den Personenverkehr komplett ein. Ab 1982 fuhren auf Wunsch von Eisenbahnfreunde wieder Personenzüge. Zum Jahreswechsel 1995/1996 stellte die Bahn den Güterverkehr auch auf der Reststrecke Dessau-Oranienbaum ein.

VEB Junkalor Dessau (teilweiser Abriss 2010)

Junkalor Dessau, Foto: Martin Schramme 2010 abgerissen
Junkalor Dessau, Foto: Martin Schramme 2010 abgerissen
Junkalor Dessau, Foto: Martin Schramme Junkalor Dessau, Foto: Martin Schramme 2010 abgerissen
Junkalor Dessau, Foto: Martin Schramme Junkalor Dessau, Foto: Martin Schramme Auf diesem Schild steht, wie die Verantwortlichen in Dessau den dramatischen
Abriss wertvoller Altbausubstanz sehen: "Wo Gebäude fallen, herrscht wieder
Ordnung." Nach Dessauer Lesart sollte das im März 2010 auch für das
Junkalor gelten, das letzte Original der Werke des genialen deutschen
Flugzeugbauers Hugo Junkers.

Eigentlich war der Abriss des Junkalor bereits beschlossen und Anfang 2010 begonnen worden. Doch dann ist der Abriss des letzten vollständig erhaltenen Werksgeländes des Flugpioniers Hugo Junkers erst in letzter Sekunde verschoben und dann doch durchgezogen worden. Bis auf ein Gebäude sind alle entlang der Straße abgerissen.

weitere Bilder von Junkalor

Schultheiss Brauerei Berlin-Dessau (VEB Getränkekombinat Dessau)

Brauerei Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Brauerei Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Brauerei Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019

Die alte Schultheiss-Brauerei ist eines der beeindruckendsten Bauwerke in Dessau. Es zeugt vom Stolz der Bierproduzenten des Deutschen Kaiserreichs in der Zeit der Industrialisierung.

Verein Brauhaus Dessau

Konsum-Backwarenkombinat Halle Betrieb Dessau (Anhaltiner Backwaren GmbH, Insolvenz 1992)

Backrohlinge der Konsum-Backwarenkombinat Halle Betrieb Dessau, Foto: Martin Schramme Backmaschine der Halleschen Baeckereimaschinen Fabrik HaBaeMFa, Foto: Martin Schramme
Maschine der Halleschen Bäckereimaschinen Fabrik HaBäMFa
Backwaren aus Dessau in der DDR, Foto: Martin Schramme
Liste mit den Backwaren, die einst aus Dessau kamen.

Der KONSUM war die zweitmächtigste Handelsorganisation in der DDR. Nach dem Ende der DDR 1990 ging es mit der Kette rasch bergab und obwohl bei drastischen Umstrukturierungen fast zwei Drittel der über 30.000 Verkaufsstellen geschlossen und mehr als 140.000 der einst 210.000 Werktätigen bis zum März 1992 entlassen wurden, folgte im Frühjahr 1992 die Insolvenz. Die Banken hatten nicht die nötigen Kredite gegeben, weil der Konsum zwar über eigene Gebäude verfügte, nicht aber Eigentümer der dazugehörigen Flächen war. In der DDR gab es nur Pachtland. Der Grund und Boden war quasi unverkäuflich, weil Privateigentum dem sozialistischen Wirtschaftssystem der DDR widersprochen hätte. Hinzu kam der anhaltende Druck westdeutscher Handelsketten auf den einstigen Monpolisten im Osten. Das Konsum-Backwarenkombinat war ein Zweig des riesigen Konglomerats, das fortan in einem zehn Jahre währenden Insolvenzverfahren unter skandalösen Umständen abgewickelt wurde. Im Zentrum des Skandals standen ein Baron aus Bayern und Amtsgerichtspräsident in Halle.

Siehe Spiegel: hier und hier

Was 1980 im Betriebsteil Dessau des Konsum Backwarenkombinats Halle gebacken bzw. dort angeboten wurde, zeigt ein Lieferschein aus jener Zeit (siehe drittes Foto). Hier ein kleiner Auszug aus dem Lieferschein: Streuselkuchen, Kokoskuchen, Zuckerkuchen, Eierschecke, Apfelmuskuchen, Pflaumenkuchen, Stachelbeerkuchen, Kirschkuchen, Mohnkuchen, Quarkkuchen, Apfelkuchen, Rhabarberkuchen, Rosinenbrot, Kuchenbrot, Quarkstollen, Butterstollen, Mohnrolle, Streuselschnecke, Quarklänge, Persipanlänge, Pfannkuchen, Apfeltaschen, Fleurons, Nougatstreifen, Kaffee-Buttercreme-Torte, Aprikosentorte, Erdbeertorte, Apfelsinentorte, Weintraubentorte, Windbeutel, Sandkuchen, Moskauer, Dessauer Würfel, Lebkuchen-Bombe, Baumkuchenecken, Marzipanbrote, Dessauer Riegel.

Neuer Wasserturm am Lutherplatz

Neuer Wasserturm am Lutherplatz, Foto: Martin Schramme Neuer Wasserturm am Lutherplatz in Dessau, Foto: Martin Schramme Neuer Wasserturm am Lutherplatz in Dessau, Foto: Martin Schramme

1896/97 wurde der 63,5 Meter hohe Neue Wasserturm nach Entwürfen von Paul Engel errichtet.
Das Gebäude steht auf der Proritätenliste der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
Der Verein zur Förderung und Erhaltung des Neuen Wasserturms e.V. ist um die Rettung des Denkmals bemüht. mehr

Tanklager, errichtet vom VEB Chemieanlagenbau Magdeburg

Tanklager, errichtet vom VEB Chemieanlagenbau Magdeburg, Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme

1963/64 wurde in der DDR der Bau von Chemieanlagen forciert und der VEB Schwermaschinenbau "Karl Liebknecht" (SKL) Magdeburg wurde ausgesucht, dieses Programm umzusetzen. Nach der Wende 1989/90 CAM GmbH.

VEB Gärungschemie Dessau (VVB Agrochemie und Zwischenprodukte Halle/Saale)

Gaerungschemie Dessau, Foto: Martin Schramme Gaerungschemie Dessau, Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme Gaerungschemie Dessau, Foto: Martin Schramme, 2024 Gaerungschemie Dessau, Foto: Martin Schramme, 2024 Gaerungschemie Dessau, Foto: Martin Schramme, 2024 Gaerungschemie Dessau, Foto: Martin Schramme, 2024

Die Gärungschemie Dessau entstand 1871 als Dessauer Actien Zucker Raffinerie und firmierte ab 1895 als Dessauer Zuckerraffinerie GmbH. Die Dessauer Zuckerraffinerie sollte Blausäure weiterverarbeiten, die bei der Herstellung von Leuchtgas im Gaswerk Dessau von Contigas anfiel. 1921 kam es dann zur Gründung der Dessauer Werke für Zucker und Chemische Industrie AG (im Volksmund Fine). Die Dessauer Zuckerraffinerie GmbH wurde ein Teil von dieses Konstrukts. 1922 führte die Degesch Verhandlungen mit der Dessauer Zuckerraffinerie GmbH, um die Produktion des Schädlingsbekämpfungsmittels Zyklon B anzuschieben. Im Zweiten Weltkrieg trafen Fliegerbomben alliierter Bomber am 30. Mai 1944 und am 7. März 1945 auch die Anlagen dieses Werks. Am Ende lagen die Zerstörungen bei 70 Prozent.

1948 wurde die Firma enteignet und produzierte dann unter dem Namen VVB Zuckerraffinerie Dessau. 1951 wurde die Blausäureanlage wieder aufgebaut; der Betrieb stellte ab 1952 als VEB Gärungschemie Dessau bis 1969 das Präparat als "Cyanol" Schädlingsbekämpfungsmittel her. Danach wurde die Produktion nach Schwedt abgegeben. Während der DDR-Zeit produzierte das Werk hauptsächlich Futterhefe, Alkohol und Kohlensäure, die in einem Gärhaus aus Melasse hergestellt wurden. In einer Abteilung wurden auch Barium gewonnen und Bariumverbindungen verarbeitet. 1954 begann man damit,

Askania-Werke AG in Dessau

Askania Dessau, Foto: Martin Schramme, 2024 Askania Dessau, Foto: Martin Schramme, 2024 Askania Dessau, Foto: Martin Schramme, 2024 Askania Dessau, Foto: Martin Schramme, 2024 Askania Dessau, Foto: Martin Schramme, 2024 Askania Dessau, Foto: Martin Schramme, 2024

Die Askania-Werke AG entstand 1921 durch den Zusammenschluss der Central-Werkstatt für Gasgeräte GmbH in Dessau mit den Bamberg-Werken in Berlin. Carl Bamberg hatte 1871 in Berlin eine Uhrenmanufaktur gegründet und sich seither einen Namen gemacht mit Präzisionsgeräten für Wissenschaftler, Expeditionen und die Marine. Seine Uhren vertrieb er unter dem Name ASKANIA.

Zur Produktpalette des Unternehmens Askania in Dessau gehörten Gasmesser, Gasautomaten, Gas-Kochapparate, Askania-Grillapparate, Askania-Gasbratofen, Gas-Plättapparate, Gas-Heizapparate, Askania-Luftdruckzündungen, Askania-Gasfernzündungen, Warmwasser-Apparate "Askania-Therme", Askania-Dampf- und Warmwasser-Heizkessel mit Gasbefeuerung.

Junkers

Junkers Flugzeugbau Dessau, Windkanal, Foto: Martin Schramme, 2024 Junkers Flugzeugbau Dessau, Windkanal, Foto: Martin Schramme, 2024 Junkers Flugzeugbau Dessau, Windkanal, Foto: Martin Schramme, 2024

Junkers Flugzeugtypen
Junkers Motorenwerk und Flugzeugbau

Waggonfabrik Dessau AG / VEB Waggonbau Dessau

Waggonbau Dessau, Foto: Martin Schramme, 2024 Waggonbau Dessau, Foto: Martin Schramme, 2024 Waggonbau Dessau, Foto: Martin Schramme, 2024 Waggonbau Dessau, Foto: Martin Schramme, 2024

Die Waggonfabrik erlebte mehrere Umfirmierungen und ein munteres, wirtschaftliches Auf und Ab. Im ersten Quartal 1895 begann die Geschichte als Deutsche Gasbahngesellschaft. Ab 1900 hieß das Unternehmen dann Dessauer Waggonfabik GmbH. Ende 1906 ging es dann als Waggonfabrik Dessau AG weiter. Um auf dem schwierigen Markt und im komplizierten politischen Umfeld der Weimarer Republik zu bestehen, schlossen sich die Dessauer 1921 mit anderen Eisenbahnausrüstern aus Düsseldorf, Heidelberg, Siegen, Uerdingen und Kassel zusammen. 1930 kaufte das ebenfalls auf die Eisenbahn spezialisierte Maschinenbauunternehmen Orenstein & Koppel AG aus Berlin 75 Prozent der Aktien und war so faktisch neue Eigentümerin. Der erneute Eigentümerwechsel 1940 ergab sich aus der Rassenpolitik der Nazis, die eine radikale Arisierung der deutschen Wirtschaft durchführten. In deren Folge ging die Aktienmehrheit an die Hoesch AG. Fortan liefen die Dessauer als Maschinenbau- und Bahnbedarf AG. In jener Zeit stieg die Belegschaft auf einen Spitzewert von 1115 Personen.

Die Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg brachte Dessau unter das Kommando der sowjetischen Planwirtschaft. Sozialismus statt Kapitalismus, Volkseigentum statt Privateigentum. Doch im ersten Schritt entstand im Sommer 1946 eine Sowjetische Aktiengesellschaft (SAG), die schon im Folgejahr durch einen Großbrand schwer getroffen wurde. Sabotage oder Schlamperei? 1952 ging das Unternehmen in die Eigenregie der 1949 gegründeten DDR über. Aus der SAG wurde der VEB LOWA Waggonbau Dessau, dessen Name sich nochmals in VEB WBD Waggonbau Dessau ändern sollte. Mit dem Ende der DDR 1990 ging es mit dem Waggonbau bergab. 1995 kam das finale Aus.

In den Anfangsjahren bauten die Dessauer Güterwagen und Straßenbahnen. 1926 kamen Lkw und Busse dazu. Ab 1930 war das Unternehmen dann auch mit der Ausstattung der U-Bahn in Berlin beschäftigt. 1948 entwickelte sich dann eine Spezialisierung, die bis zum Ende der DDR prägend für den Waggonbau Dessau sein sollte: der Bau von Kühlwagen. Viele der Wagen gingen in die Sowjetunion. Den Export für den Vereinigten Schienenfahrzeugbau der DDR übernahm der Volkseigene Außenhandelsbetrieb Transportmaschinen Export-Import Berlin. Auf den Türen der weißen Waggons stand ein großes M für Frost, russisch Maroz.

Fabrik in Dessau

Fabrik in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Fabrik in Dessau, Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019 Foto: Martin Schramme, 2019

Wer weiß mehr über die Geschichte dieser Fabrik? Bitte hier melden! Die Fabrikhallen befinden sich im heutigen Gewerbegebiet Dessau-Mitte.

Altes Landjägerhaus

Landjaegerhaus Dessau-Mildensee, Foto: Martin Schramme, 2021 Landjaegerhaus Dessau-Mildensee, Foto: Martin Schramme, 2021 Landjaegerhaus Dessau-Mildensee, Foto: Martin Schramme, 2021 Landjaegerhaus Dessau-Mildensee, Foto: Martin Schramme, 2021

Landjägerhaus erbaut 1800 mit einem Dach in Bohlenbinderkonstruktion. War ab 1837 Mädchenschule und wurde 1992 rekonstruiert. In Mildensee gab es im Jahr 2021 weitere Objekte mit Bohlenbinderdach.

Russenkaserne

Russenkaserne Dessau, Foto: Martin Schramme Russenkaserne Dessau, Foto: Martin Schramme Russenkaserne Dessau, Foto: Martin Schramme Löschteich

Unweit der Stadt Oranienbaum auf dem einstigen Gelände des Flugzeugbauers Heinkel waren bis Anfang der 1990er Jahre Sowjetischen Streitkräfte stationiert. Heute sind in dem verlassenen, zugewucherten und mehr oder weniger verfallenen Objekt noch diverse Häuser, Fahrzeughallen und Bunker zu finden. Das Gelände verfügte offenbar über einen Eisenbahnanschluss.

Betriebe in der DDR
VEB Alkoholfreie Getränke Dessau (AfG im VEB Getränkekombinat Dessau)
VEB Anhalt-Druck Dessau
VEB Antennenbau Dessau
VEB Autoreparatur Dessau
VEB Backhefefabrik Dessau
VEB Bau Dessau (VEB Betonwaren Hoch- und Tiefbau Dessau)
VEB Baukombinat Dessau
VEB Baureparaturen Dessau
VEB Betonprojekt Dessau (VEB Betonleichtbaukombinat Dresden)
VEB Betonwerkstein Dessau
VEB Bienenhonigabfüllung Dessau
VEB Brauerei Dessau (VEB Getränkekombinat Dessau)
VEB Campingmöbel, Dessau, Friedhofstrasse 23/24 (Kombinat Sportgeräte)
VEB Chemische Fabrik Dessau
VEB Construktions Consult Dessau
VEB Deleg Dessau (VEB Kombinat Metallwaren Dessau)
VEB Dessauer Bekleidungswerk, Chaponstrasse 13/17 (VEB Kombinat Oberbekleidung Lößnitz)
VEB Dessauer Dachpappen
VEB Dessauer Käsereien
VEB Dienstleistungsbetrieb Dessau (VEB Kombinat Hauswirtschaftliche Dienstleistungen Halle)
VEB Dienstleistungskombinat Dessau
VEB Dieselrohrleitungsbau Dessau
VEB Drestawa Dessau
VEB Druckerei Rotation Dessau (ZENTRAG)
VEB Elektorbau Dessau
VEB Elektromotorenwerk Dessau
VEB Fahrzeugzubehör Dessau
VEB Filterbau Dessau
VEB Fischpräserven Dessau (Präserven = Halbkonserven)
Forschungsinstitut für Impfstoffe Dessau
VEB Gärungschemie Dessau (VEB Kombinat Agrochemie Piesteritz)
VEB Gas- und Elektrogeräte Dessau (VEB Gasgeräte Dessau im Kombinat Haushaltsgeräte Karl-Marx-Stadt)
VEB Gasgerätewerk Dessau
VEB Gebäudewirtschaft Dessau
VEB Getränkekombinat Dessau (VEB Brauerei Dessau, Stammbetrieb) VEB Grünanlagenbau Dessau
VEB Holzkombinat Dessau
VEB (K) Holzverarbeitung Dessau, Junkersstr. 13
VEB Impfstoffwerk Dessau-Tornau (VEB Kombinat Veterinärimpfstoffe Dessau)
VEB Industriebau Dessau
VEB Industrieprojektierung Dessau (VEB IPRO Dessau)
VEB Institut für Impfstoffe und Diagnostik Dessau
VEB Institut für Zement Dessau (VEB Zementkombinat Dessau)
VEB Jonitzer Mühle Dessau
VEB Junkalor Dessau, Dessau, Altener Strasse 43 (VEB Kombinat Elektro-Apparate-Werke Berlin-Treptow)
VEB Kfz-Instandsetzung Dessau
VEB Kolbenwerk Dessau
VEB Konditorei Dessau
VEB Korrosions- und Säureschutz Dessau (VEB Kombinat Elektrowaren Halle)
Leback Keks Lebkuchen Zuckerwaren Dessau (VEB Kombinat Nahrungsmittel und Kaffee Halle, Naka)
VEB Leichtmetallbau Dessau (VEB Kombinat Metallwaren Dessau)
VEB Magnetbandfabrik Dessau (MBF, 1972 gebaut, Teil des VEB Fotochemisches Kombinat Wolfen, 1991 geschlossen, bis 1998 teilweise abgerissen)
VEB Maschinenfabrik Dessau
VEB Maschinenfabrik Polysius Dessau
VEB Maschinenfabrik und Eisengießerei Dessau (ASUG, VEB Kombinat Getriebe und Kupplungen)
VEB Mechanische Werkstätten Dessau
VEB (K) Meß- und Regelungstechnik Dessau
VEB Metallverarbeitung und Galvanik Dessau
VEB Metallwaren "Blitz", Dessau, Junkersstrasse 11
VEB Möbelkombinat Dessau
VEB Möbelwerke Dessau
VEB Modell- und Formenbau Dessau (VEB Kombinat Umformtechnik "Herbert Warnke" Erfurt)
VEB Planen und Zelte Dessau
VEB Plastbelag Dessau, Ebertallee 209, PVC-Fußbodenbelag (VEB Kunstleder und Pelzverarbeitung Leipzig)
VEB Pressenbau Dessau (VEB Kombinat Umformtechnik "Herbert Warnke" Erfurt)
VEB Rationalisierung der Zementindustrie Dessau (VEB Zementkombinat Dessau)
VEB Regel- und Meßmittelbau Dessau
VEB Rohrleitungsmontagen Dessau
VEB Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb Dessau, Schlachthofstrasse 12 (VEB Kombinat Fleischwirtschaft des Bezirkes Halle)
VEB Schlachthof Dessau
VEB Schmiedetechnik und Mechanik Dessau
VEB Schuhfabrik Dessau (VEB Dessauer Schuhfabrik im VEB Kombinat Schuhe Weißenfels)
VEB Spezialbau Dessau
VEB Stahl- und Behälterbau Dessau
VEB Stahlverarbeitung Dessau
VEB Straßenbau Dessau
VEB Tafelgeräte Dessau, Robert-Bosch-Straße 59 (VEB Kombinat Haushaltsgeräte Karl-Marx-Stadt)
VEB Tafelschmuck Dessau (VEB Kombinat Elektrowaren Halle)
VEB Tierkörperbeseitigung Dessau
VEB Vereinigte Zellstoff- und Papierfabriken Merseburg Werk III Dessau, Junkersstr. 1 (auf dem firmeneigenen Briefpapier stand fälschlicherweise Junkerstraße)
VEB Vorfertigung Dessau (VEB Wohnungsbaukombinat Halle)
VEB Waggonbau Dessau (VEB Kombinat Schienenfahrzeugbau der DDR, 1895 als Deutsche Gasbahngesellschaft gegründet)
VEB WBK Halle Baubetrieb III Dessau (WBK = Wohnungsbaukombinat)
VEB Werkzeug- und Vorrichtungsbau Dessau (VEB Kombinat Anlagen- und Gerätebau Halle)
VEB Wikewa Dessau
VEB Zementanlagenbau Dessau (vormals Polysius)
VEB Zementkombinat Dessau
VEB Zentrales Projektierungsbüro Zement und Beton Dessau
VEB Zerspanung Dessau-Waldersee (VEB Getränkekombinat Dessau)
VEB Kombinat Haus- und Reglungstechnik Dessau
VEB Kombinat Metallwaren Dessau
VEB Kombinat Veterinärimpfstoffe Dessau
Chemische und technische Erzeugnisse/Kosmetik Reinhold Welzel Dessau, Wilhelm-Müller-Str. 9
Gerhard Seelmann Möbelhaus, August-Bebel-Str. 50
Herbert Baehr Obst-, Gemüse- und Südfrucht-Grosshandlung, Vertragshändler des VEAB-Kreises Köthen, Ballenstedter Str. 21
Hotel Stadt Dessau, Wilhelm-Pieck-Str. 35
Kaufhaus Magnet, Wilhelm-Pieck-Str. 72
Organa VVB Gärungschemie Dessau

Wirtschaft in Dessau vor 1945
Adolf Goldmann, Fabrik feiner Lederwaren
Anhalt-Dessauische Landesbank
Anhaltische Automobil- und Motorenfabrik AG (1911-1913, vormals Motoren-Werke Dessau, Bau des Personenkraftwagen Der Dessauer)
Anhaltische Rohstoff-AG (1923-1925)
August Stein vorm. Ludwig Friese Papier-Grosshandlung (Sondergeschäft für technische Papiere und Bürobedarf, Konzeptpapiere, Löschpapiere, Schreibpapiere, Tinten, Kopierpressen, Schreibmaschinen, Vervielfältigungs-Apparate)
BAMAG Berlin-Anhaltische Maschinenbau-AG Dessau, Werk 1 bis 4
Bauhaus GmbH
Berlin-Anhaltische Maschinenbau AG Dessau (BAMAG, gegr. 1872, Fusionsprodukt aus der Nagelfabrik "Julius Arendt" Dessau und "Oechelhäuser & Blum" Berlin, Produktion von Triebwerksanlagen)
Bosch-Dienst Frank Frank Dessau-Anhalt, Adolf-Hitler-Platz 15 (Auto-Licht und Zündung, Bosch-Batteriehilfe)
Central-Werkstatt für Gasgeräte GmbH (1921 Zusammenschluss zur Askania Werke AG mit Sitz in Berlin)
Dessauer Actien-Zucker-Raffinerie (gegr. 1871, Umwandlung in GmbH 1895)
Dessauer Strassenbahn-Gesellschaft in Dessau (gegr. 1894)
Dessauer Werke für Zucker und chemische Industrie AG (kurz: Fine, gegr. 1921, seit 1924 Herstellung des Schädlingsbekäpfungsmittels Zyklon)
Dessau-Wörlitzer Eisenbahn-Gesellschaft (gegr. 1894)
Dessauer Waggonfabrik AG (1895 gegr. als "Deutsche Gasbahngesellschaft m.b.H.", seit 1900 Dessauer Waggonfabrik GmbH, 1905 Gründung der Aktiengesellschaft)
Dessauer Wollengarn-Spinnerei (gegr. 1857)
Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft (gegr. 1855 in Dessau, heute Teil des EON-Konzerns)
Deutsche Gasbahngesellschaft m.b.H. (später Dessauer Waggonfabrik AG, 1930 Kauf von 75 Prozent der Aktien durch das Maschinenbauunternehmen Orenstein & Koppel aus Berlin)
Eduard Zeeck Dessau (Teppiche, Gardinen & Polstermöbel)
Eisengießerei Beckmann & Gebhardt, Dessau
F. Dietrich Bohnerbürsten-Spezialfabrik
Franz Werwick Dessau (gegr. 1885, Haushaltswaren)
Fritz Nauel KG Dachpappen und Teerprodukte
G. Polysius, Eisengießerei und Maschinenfabrik (entwickelt seit 1827, Produkte u. a.: Transmissionen, Zerkleinerungsmaschinen, Maschinen für die Zementindustrie, Holzzerkleinerungsmaschinen, Dampfmaschinen)
Gorges & Sichler (Öle und Fette, technische Bedarfsartikel)
Hartwig Groth & Co. Grosshandlung in sämtlichen Rohprodukten für Bürstenfabrikation
Hermann Sommerlatte Glasgrosshandlung, Dessau, Albrechtstr. 26 (gegr. 1873)
H. Liesecke Fahrrad- und Kraftfahrzeugteile-Großhandlung Dessau
Industrie-Werk H. Thiemann
Junkers Apparatebau
Junkers Flugzeug-und Motorenwerke AG (Junkers & Co. GmbH)
Junkers-Motorenbau GmbH Dessau
Junkers & Co. Prof. Junkers Gas-Apparate (Prof. Junkers Strom-Automat, Prof. Junkers Kupferbadeofen, Prof. Junkers Gas-Badeöfen, Prof. Junkers neuer Kohlen-Badeofen, Schnell-Wasser-Erhitzer, Heisswasser-Automaten, Heisswasser-Zentral-Anlagen)
Max Schulze Wein-Grosshandlung und Likör-Fabrik
Mitteldeutsche Seilwerke Dessau
Möbelhaus Paul Ziegenhorn
Möbelhaus Willy Starke Dessau
Möbel-Magazin und Möbel-Fabrik der Vereinigten Tischlermeister Dessau
Neolitwerk Dessau AG (gegr. 1922, Herstellung und Handel von Isoliermaterial, Lacken und ähnlichen Produkten für die Elektroindustrie)
Polysius AG (Aktiengesellschaft gegr. 1904, Vorläufer 1859 gegr. als Schlosserei von Gottfried Polysius, ab 1860 Eisenwarenhandlung und Geldschrankfabrik, ab 1870 Eisengießerei und Maschinenfabrik, später Zementanlagenbau, ab 1907 Bau ganzer Zementwerke, Entwicklung des LEPOL-Verfahrens zum Klinkerbrennen mit Otto Lellep in den 1920er Jahren)
R. Becker & Co. GmbH, Maschinen-Fabrik, Eisen- und Stahl-Gießerei Dessau
Speditions-Verein AG Dessau (gegr. 1859, Aktiengesellschaft seit 1899)
Vereinigte Tischlermeister (Möbel-Magazin, Möbel-Fabrik, Werkstätten für modernen Innenausbau für Läden und Villen sowie erstklassige Möbel, Ausstellung ca. 85 gediegener Zimmereinrichtungen, Polster- und Einzel-Möbel, gegr. 1802)
Verlag Licht und Wärme Dessau (Das Wirtschaftsbuch der modernen Hausfrau, herausgegeben von Joseph Wirth.)
W. Gödel Nachf. Lebensmittel-Großhandlung
W. Krebs Baustoff-Grosshandlung (Zement-, Kalk- und Zementwarenvertrieb "Edelputz", Schleuderbeton, Kalkasphalt, Isoliermittel, Frischwasser-Hauskläranlagen)
Ziegelei Seelmann

Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894
"Hauptzweige der in etwa 60 Anlagen betriebenen Industrie sind Fabrikation von Tapeten, Rouleaus, Strohpapier, Tuch, Maschinen (Berlin-Anhaltische Maschinenbau-Aktiengesellschaft), Wagen, Sprit und Zucker (Dessauer Aktien-Zuckerraffinerie); ferner Spinnerei (Dessauer Wollgarnspinnerei), Eisengießerei, Brauerei, Ziegelei, Mahl- und Schneidemühlen. Der Handel erstreckt sich vornehmlich auf Produkte der einheimischen Industrie. Dessau liegt an den Linien Wittenberg-Cöthen-Aschersleben und Magdeburg-Zerbst-Leipzig der Preußischen Staatsbahnen, hat Post- und Telegraphenamt erster Klasse, sowie Fernsprecheinrichtung (100 Teilnehmer). Handel und Verkehr werden wesentlich gefördert durch den vier Kilometer nördlich an der Elbe gelegenen Hafen Wallwitzhafen, dessen Güterverkehr (1891) 218.300 Tonnen betrug."

Eintrag im Volks-Brockhaus von 1936
"Industrie: Flugzeuge (Junkers), Maschinen, Eisenbahnwagen, Zuckerraffinerie."

Begriffslegende
Junker = Großbauer
Junkers = Hugo Junkers, Flugzeugbauunternehmer

Quellen
albert-gieseler.de
archivportal-d.de
askania.berlin/geschichte/
gaerungschemie-dessau.de
kirkhambox.co.uk
mil-airfields.de
picclick.de
verpackt.de
wirtschaft.dessau-rosslau.de