Roßla liegt am Fluss Helme in der Goldenen Aue am Fuße des Kyffhäusergebirges unweit der Grenze zur Thüringen. Die älteste Urkunde über den Ort datiert auf das Jahr 996. Roßla ist massiv hochwassergefährdet; die Aue stand wiederholt, mitunter sogar vollständig; unter Wasser. Dereinst führte die Kanonenbahn des deutschen Kaisers von Berlin nach Metz auch durch Roßla. Roßla lag an der Bahnstrecke Halle-Hannoversch Münden bei Kilometer 75,580. Ursprünglich ging es um einen Vertrag zwischen Preußen und der Magdeburg-Köthen-Halle-Leipziger-Eisenbahn-Gesellschaft über eine Verbindung von Halle (Saale) nach Heiligenstadt. 1866 hatte Roßla einen Bahnanschluss nach Halle und 1867 auch nach Heiligenstadt.
Kornhaus Nordhausen Zweigstelle Rossla Harz
Das geziegelte Objekt am Güterbahnhof stammt aus der Zeit zwischen 1910 und 1930. An einer Seitenwand war im März 2026 noch folgende, stark verblichene Aufschrift erkennbar: "Kornhaus Nordhausen Zweigstelle Rossla Harz". Im Reichsadressbuch von 1935 war das Kornhaus vermerkt. Anfang März 2026 bot die Sparkasse Mansfeld-Südharz den Speicher bei eBay Kleinanzeigen für 30.000 Euro zum Verkauf an. 2017 hatte das Objekt noch für 70.000 Euro zur Versteigerung gestanden.
Betriebe in der DDR (1949-1990)
VEB Feinmechanische Werke Roßla/Harz, Ernst Thälmann Str. 25 (Uhrenproduktion von 1954 bis 1974, Urosa)
VEB Getreidewirtschaft Eisleben Betriebsteil Sangerhausen Erfassungsstelle Roßla
VEB Hoch- und Tiefbau Sangerhausen Betriebsteil II
VEB Holz- und Plastverarbeitung
VEB Holzverarbeitung Roßla
VEB Kraftfahrzeuginstandsetzungswerk Halle Zweigbetrieb X Sangerhausen Sitz Roßla
VEB Metrik Quedlinburg Betriebsteil Roßla
VEB Rationalisierung Vakuumtechnik Sangerhausen Betriebsteil Roßla
VEB Roßlaer Mühlenwerke Roßla/Harz
VEB Vereinigte Mühlenwerke Saalemühlen Bernburg Betriebsteil Roßla
Kooperative Abteilung Pflanzenproduktion Roßla
PGH Ausbau
Wirtschaft und Leben in Roßla vor 1945
Hotel Deutscher Kaiser
Zuckerfabrik Roßla (gegr. 1852; 1910 wurden am Tag durchschnittlich 400 Tonnen Zuckerrüben verarbeitet; seit Sommer 1944 Materiallager und Nachbarschaft zu zwei Barracken des Außenlagers Roßla des KZ Buchenwald)
Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894
Dorf im Kreis Sangerhausen des preußischen Regierungs-Bezirks Merseburg und Hauptort der Grafschaft Stolberg-Roßla, rechts an der Helme, in der Goldenen Aue, zwischen Harz und Kyffhäuser, an der Linie Halle-Nordhausen-Cassel der Preußische Staatsbahnen, Sitz des Amtsgerichts (Landgericht Nordhausen), Katasteramtes, fürstlicheen Konsistoriums und einer fürstlichen Rentkammer, hat (1890) 2513 Einwohner, schöne gotische Kirche (1873), fürstliches Residenzschloß, Witwenpalais, Privaterziehungsgesellschaft (Progymnasium und Realschule), fürstliche Hausbibliothek (30.000 Bände), Krankenhaus, Spar- und Vorschußkasse; fürstliche Zuckerfabrik, Canarienvogelzucht und Ackerbau. 7,5 Kilometer südlich das Kyffhäusergebirge.
Quellen
albert-gieseler.de