Remptendorf

Artefakte in Thüringen - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
Letzte Änderung: 13.6.2026

Remptendorf im Saale-Orla-Kreis ist ein kleiner, lauschiger Ort im Thüringer Schiefergebirge an der Oberen Saale. Im Einzugsgebiet befinden sich interessante Bauwerke oder deren Reste. Dazu gehören die Ruinen der Raubritterburg "Wysburg", der Stahlfachwerkviadukt über das Ziemestal für die Eisenbahn von Triptis (heute in Thüringen) nach Marxgrün (heute in Bayern) und die 1932 fertiggestellte Bleilochtalsperre, die von allen Talsperren in Deutschland das größte Fassungsvermögen hat und bis zu 215 Millionen Kubikmeter Saale-Wasser stauen kann.

Ziemestalbrücke (Plan- und Bauzeit: 1893-1895, heute Baudenkmal)

Eisenbahnviadukt im Ziemestal bei Remptendorf, Foto: Martin Schramme, 2026 Eisenbahnviadukt im Ziemestal bei Remptendorf, Foto: Martin Schramme, 2026 Eisenbahnviadukt im Ziemestal bei Remptendorf, Foto: Martin Schramme, 2026 Eisenbahnviadukt im Ziemestal bei Remptendorf, Foto: Martin Schramme, 2026 Eisenbahnviadukt im Ziemestal bei Remptendorf, Foto: Martin Schramme, 2026 Eisenbahnviadukt im Ziemestal bei Remptendorf, Foto: Martin Schramme, 2026 Eisenbahnviadukt im Ziemestal bei Remptendorf, Foto: Martin Schramme, 2026 Eisenbahnviadukt im Ziemestal bei Remptendorf, Foto: Martin Schramme, 2026 Eisenbahnviadukt im Ziemestal bei Remptendorf, Foto: Martin Schramme, 2026 Eisenbahnviadukt im Ziemestal bei Remptendorf, Foto: Martin Schramme, 2026 Eisenbahnviadukt im Ziemestal bei Remptendorf, Foto: Martin Schramme, 2026 Eisenbahnviadukt im Ziemestal bei Remptendorf, Foto: Martin Schramme, 2026 Eisenbahnviadukt im Ziemestal bei Remptendorf, Foto: Martin Schramme, 2026

Menschen, die sich für Eisenbahnen, Technik, Architektur, die Kaiserzeit oder Fotografie interessieren, sind begeistert, wenn sie dieses Bauwerk erblicken: den stählernen Viadukt über das Ziemestal im Thüringer Wald. Die Brücke ist 115 Meter lang, bis zu 32 Meter hoch, verläuft in einem leichten Bogen mit dem Radius von 193 Meter und weist eine Steigung von 1:50 auf. Das Gleisbett ist leicht in die Kurve geneigt, um höhere Kurvengeschwindigkeiten zu erlauben. Die Königlich Preußische Eisenbahn Verwaltung (KPEV) ließ diese Brücke bauen, nachdem Bürger gegen den ursprünglichen Trassenverlauf zwischen Triptis und Marxgrün protestiert hatten, weil sie den dafür notwendigen Flurabtretungen nicht zustimmen wollten.

Man erbaute die Brücke im Ziemestal bei Liebschütz 1895 im Stile der Matchstickbridges in den USA, jedoch nicht aus Holz. Um die Betonfundamente kümmerte sich Maurermeister Grastorf aus Erfurt. Die stählernen Brückenelemente fertigte die Brückenbauanstalt Englerth & Cünzer aus Eschweiler bei Aachen, die über ein Eisenguß-, Puddel- und Walzwerk verfügt und schon länger Erfahrung hatte mit Aufträgen von Bahngesellschaften. Man errichtete fünf pyramidenförmige Jochpfeiler von je 10 Meter Breite. Den Berechnungen für das Bauwerk legte man zwei Schnellzuglokomotiven mit Tendern mit einem Gesamtgewicht von 112 Tonnen und einen maximalen Achsdruck von 8 Tonnen zugrunde. Doch diese Berechnungen mussten schon bald nach Übergabe der Brücke wiederholt nachgebessert und angepasst werden, weil die Eisenbahnen schwerer und schneller wurden, aber auch konstruktive Schwächen zum Vibrationen und Schwankungen des gesamten Viadukts führten, was die Betriebssicherheit gefährdete. In den Jahren 1904 und 1929 wurden die Stahlkonstruktionen deutlich verstärkt, flexiblere Fahrbahnschwellen verlegt und die Pfeilerfundamente an die neuen Lasten und Berechnungen baulich angepasst.

Für die Eisenbahnstrecke im Reußischen Oberland musste man mehrere Brücken und Tunnel errichten, was die Strecke sehr teuer machte. Allein schon der Antransport der Baumaterialien war schwierig. So transportierte man die Stahlelemente für den "eisernen" Viadukt vom Bahnhof Pößneck mit Pferdefuhrwerken zum Ziemesgrund. 280 Tonnen mussten so bewegt werden. Nach sechs Monaten reiner Bauzeit fuhren im Juni 1895 drei je 40 Tonnen schwere Dampflokomotiven in etwa 450 Meter über dem Meeresspiegel probeweise über das Bauwerk.

Die rund 69 Kilometer lange Bahnstrecke der Thüringer Oberlandbahn zwischen Triptis und Marxgrün wurde in den Jahren 1894 bis 1901 schritteweise durch die Orte Ziegenrück, Lobenstein und Blankenstein gebaut.

Betriebe in der DDR
Gasthaus zur goldenen Sonne
Gasthaus zur Linde
HO-Gaststätte "Zum Stausee"

Wirtschaft in Remptendorf vor 1945
Elite-Pelztierfarm Saaletalsperre Isabellengrün, Ewald Strümpfel, Post und Bahn: Remptendorf in Thüringen
Grimms Gasthof, Remptendorf

Begriffslegende
Matchstickbridge = zu deutsch: Streichholzbrücke

Quellen
eschweilergeschichtsverein.de
Fachzeitung "Die Bautechnik" aus Berlin vom 26. Juni 1931
picclick.de
Ziegenrücker Kreisanzeiger vom März 1895

Links
Fahrt mit der Oberlandbahn; Ziemestalbrücke ab etwa Minute 37

Fahrt mit einer Dampfdraisine von Ziegenrück zur Ziemestalbrücke; Achtung ab Minute 14