Neuragoczy (Saalekreis)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
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Letzte Änderung am 15.5.2026

Im Brockhaus-Lexikon von 1894 steht über "Neu-Ragoczi": "Bad im Saalkreis des preußischen Regierungsbezirks Merseburg, zur Gemeinde Salzmünde gehörig, an der Saale, nordwestlich von Halle und mit diesem durch Dampfschiffahrt verbunden. Besitzt eine Kuranstalt und mehrere salzhaltige Mineralquellen, von denen die eine dem Elisabethbrunnen zu Homburg, die andere dem Ragoczibrunnen zu Kissingen gleicht. Sie enthalten Magnesia, Pottasche und Eisen." Etwas irritierend können die verschiedenen Namen des kleinen Orts an der Saale sein, die man bei Recherchen findet: Neuragoczy, Bad Neu Ragoczy oder auch Bad Neu Ragoczi. Letztlich geht der Name auf den ungarischen Freiheitskämpfer Ferenc Rákóczi (1676-1735), der einst den Aufstand gegen die Habsburger anführte.

Mineralwasserfabrik Neuragoczy

Mineralwasserfabrik Neuragoczy, Foto: Martin Schramme, 10.2012 Mineralwasserfabrik Neuragoczy, Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2018

An einer geologischen Störung zwischen vulkanischen Gesteinen und den Sedimenten des Zechsteinmeeres stieg jenes Mineralwasser nach oben, das in Neuragoczy ("Neura") bis 1898 dem Kurbetrieb diente und von 1921 bis 1988 aus bis zu sieben Quellen zur Mineralwasser- und Limonadenherstellung verwendet wurde. Das waren die Namen der Quellen: Borussia, Anna I, Anna II, Anna III, Carolus, Augustus, Ella.

Wie alles begann: 1847 ließ der Wundarzt Dr. Wilhelm Hermann Runde im Saaletal eine Parkanlage mit Badehaus und Trinkanstalt einrichten, nachdem er sich der Heilwirkung der gefundenen Quellen gewiss war. Am 30. Juli 1851 wurde das Bad eingeweiht. Besucher konnten sich an der Heilquelle des Bades mit Sole und Eisen laben. Bis 1898 lief der Kurbetrieb. Einige Zeit später begann die Mineralwasserabfüllung unter der Regie der Neura Aktiengesellschaft, die 1921 in den Ort investierte und eine Mineralwasserfabrik aufbaute.

In der DDR gehörte die Mineralwasserfabrik nach der Verstaatlichung zum Werk IV des VEB Brauerei Halle. Der Name NEURA für die abgefüllten Wässer wurde am 10.9.1965 vom VEB(B) Brauhaus Halle beim Deutschen Patentamt angemeldet. So gab es den "neura Mineralbrunnen" unter anderem in der 0,33 Liter-Flasche für 19 Pfennige. 1988 wurde die Quellwasserproduktion eingestellt. 1989 versuchte der Hallenser Erich Hennig mit dem Tafelwasser "Nawinta" neu zu starten, doch 1991 kam das endgültige Aus an diesem Standort.

2015 bot die Kunst- und Marketing-Initiative "Werk 8" das alte Mineralwassergelände als Ort für besondere Festlichkeiten an.

Betriebe in der DDR
VEB Brauerei Halle, Werk IV Neuragoczy (seit 1965 Markenname &"Neura", Neura Mineralwasser, Neura Limonade)

Neuragoczy vor 1945
Gaststätte Saaletal Brachwitz-Neuragoczy

Quellen
kunstquell.com
picclick.de