Staßfurt (Sachsen-Anhalt, Salzland)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Fotos ohne Nachfrage!
letzte Änderung am 03.06.2020

Staßfurt schrieb im 19. Jahrhundert Geschichte als der Ort weltweit, in dem die ersten Kalisalz-Schächte niedergebracht wurden. Mit dem Salz entwickelte sich die Stadt zur Industriestadt. Von 1839 bis 1972 war das Salz für die Staßfurter ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. In der DDR (1949-1990) war Staßfurt Hauptsitz des größten Fernsehgerätewerks der sozialistischen Republik.

Bela-Bunker und -Tanklager für Flugbenzin (Wifo)

Bela-Bunker, Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2017

Weil im großen Krieg gegen Franzosen, Engländer und Russen große Menge Flugbenzin benötigt würden, ohne dass man sie noch aus dem Ausland hätte beschaffen können, organisierte die Wirtschaftliche Forschungsgesellschaft (Wifo) bis zum Kriegsbeginn im September 1939 Hunderttausende Tonnen Mineralöle und Benzin. Zehn Tanklager mit einer Gesamtkapazität von mehr als einer Millionen Tonnen Kraftstoffe waren an grenzfernen, verkehrsgünstigen Orte außerhalb von Städten und Industriezentren geplant. Im Deutschen Reich entstanden acht Großtanklager (Staßfurt, Derben, Krailing, Nienburg, Hitzacker, Neuburg, Bremen-Farge, Drugehnen/Samland in Ostpreußen). Durch Gebietsanschlüsse kamen zwei weitere hinzu (Wien-Lobau, Hniewitz im Sudentenland). Die Bunkeranlagen in Staßfurt boten Platz für 222.000 Kubikmeter Kraftstoffe und trug den Tarnnamen "Bela". Für die strategische Bevorratung nutzten die Nazis alte Kalischächte der Gewerkschaft Friedrichshall und den dazugehörigen Bahnanschluss.

1934 war das Tanklagerprogramm angeschoben worden. Dafür wurde am 24.08.1934 in der Reichshauptstadt Berlin die Tarngesellschaft Wifo gegründet, um den noch geltenden Versailler Vertrag ("Versailler Diktat") unterlaufen zu können, der Deutschland den Besitz von Panzern und Flugzeugen verbot. Gesellschafter waren die Deutsche Gesellschaft für öffentliche Arbeiten AG (Öffa) und die I.G. Farbenindustrie AG (Anteilverkauf Ende 1935 an die Deutsche Bau- und Bodenbank AG).

Der Bunker auf den Fotos ist nur sehr klein und wurde in den 1960er Jahre mit neuer Versorgungstechnik bestückt.

Schacht Friedrichshall II (Leopoldshall V)

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012

Die Salzförderung ist ein wichtiger Aspekt in der Geschichte Staßfurts. 1852 wurden dort die ersten Kalischächte der Welt (von der Heydt und Manteuffel) eröffnet. 1890 wurde der Kalischacht begonnen, 2001 versiegelt. In den 1930er Jahren wurde das Salzbergwerk zum Lager umfunktioniert. In Staßfurt lagerten indes nicht nur große Mengen Flugbenzin (siehe Bela-Bunker), sondern auch der größte Teil der deutschen Uranerz-Vorräte. 3500 Tonnen Uran-Verbindungen gelangten in den Jahren 1940 bis 1945 von Belgien, wo Uranerz aus Belgisch-Kongo lagerte, in das Salzbergwerk von Staßfurt. Zuvor hatte das Heereswaffenamt die Auergesellschaft damit beauftragt, Uranoxid zu beschaffen, was nach der Besetzung des Sudetenlandes im Herbst 1938 zunächst aus der dortigen Uran-Mine in Sankt Joachimsthal (Jachymov) kam. Die Einlagerung war Teil des "Uranprojekts", bei dem es zunächst nur um die friedliche Nutzung der Kernkraft ging, seit 1939 aber auch um Uranwaffen und einen Sprengstoff, der konventionelle Sprengstoffe um ein Vielfaches übersteigt. Deutschland war dabei weltweit Vorreiter.

Erstes Kalibergwerk der Welt in Staßfurt 1852

erster Kalischacht der Welt, Foto: Martin Schramme, 2020 erster Kalischacht der Welt, Foto: Martin Schramme, 2020 erster Kalischacht der Welt, Foto: Martin Schramme, 2020

Der erste Kalischacht der Welt befand sich in Staßfurt. 1852 begann der Abbau von Bittersalz. Zuvor war die Stadt bereits für das Salz bekannt, das entlang der Bode natürlich zutage trat.

Bahnhof Staßfurt-Leopoldshall

Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017

Der Bahnhof Staßfurt-Leopoldshall war im 19. Jahrhundert der sichtbare Ausdruck des florierenden Abbaus von Kali- und Steinsalz in Staßfurt. Die Leuna-Werke wurden 1916/17 als Ammoniakwerk Merseburg errichtet, um dort den Ausgangsstoffe für die Sprengstoff- und Düngemittelherstellung zu produzieren. In Staßfurt-Leopoldshall steht ein Tankwagen der Leuna-Werke AG.

Leopoldshall / VEB Bleicherdewerk Staßfurt / Bahn-Immobilie

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Halle des ehemaligen Bleicherdewerkes

Den Wasserturm der Leopoldshall gibt es sogar als Modell für die Modelleisenbahn. Das Bleicherdewerk sollte revitalisiert werden als Gewerbegebiet und Wohnstandort. Im März 2008 beschloss der Stadtrat von Staßfurt, den entsprechenden Bebauungsplan aufzuheben. Leopoldshall war ein Ort des Salzbergbaus. Von 1890 bis 1910 saß in Leopoldshall das erste Deutsche Salzsyndikat

Salzbergwerk Neustaßfurt I (1873-1912)

Salzbergwerk Neustassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020 Salzbergwerk Neustassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020 Salzbergwerk Neustassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020 Salzbergwerk Neustassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020 Salzbergwerk Neustassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020 Salzbergwerk Neustassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020 Salzbergwerk Neustassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020

Der Salzbergbau in Staßfurt hat die längste Geschichte weltweit. Die Kalisalze aus der Region gehen primär in die Düngemittelproduktion. 1873 begannen die Arbeiten am Kalischacht Neustaßfurt I (Agathe). Wegen anhaltender Laugeneinbrüche wurde die Grube im Jahr 1912 schließlich aufgegeben.

Wohnhaus Salzbergwerk Neustaßfurt II (1881-1912)

Wohnhaus Salzbergwerk Stassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020 Wohnhaus Salzbergwerk Stassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020 Wohnhaus Salzbergwerk Stassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020

1881 entstand der Schacht Neustaßfurt II (Hammacher). Dazu errichtete die Gewerkschaft Wohn- und Erholungsobjekte für die Bergleute. Bei diesem Wohnhaus handelt es sich offenbar um ein Objekt, wo einst Arbeiter und Angestellte des nahen Königlich-Preußischen Salzbergwerks Neustaßfurt wohnten. Wer weiß mehr darüber? Bitte schreiben Sie hier.

Salzbergwerk Eingang (Schacht Agathe, 1873 begonnen)

Salzbergwerk Stassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020 Salzbergwerk Stassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020

1873 begann der Bau des Agathe-Schachts. In drei Folgejahren stießen die Bergleute auf Carnallit (wasserhaltiges Kalium-Magnesium-Chlorid), Kainit (Kalium-Magnesium-Sulfat) und Steinsalz. Bis 1893 erfolgte die Teufe von drei weiteren Schächten. Außerdem entstanden vier Fabriken für Chlorkalium, Sulfat, Chlorkalk und Pottasche. Auf dem Gelände, wo sich einst der Agathe-Schacht befand, baute die DDR 1959 einen Stahlbau-Betrieb. Wer weiß mehr über dieses Objekt? Bitte schreiben Sie hier.

Sodawerk Staßfurt (seit 1882)

Sodawerk, Foto: Martin Schramme, 2020 Sodawerk, Foto: Martin Schramme, 2020 Sodawerk, Foto: Martin Schramme, 2020 Sodawerk, Foto: Martin Schramme, 2020 Sodawerk, Foto: Martin Schramme, 2020 Sodawerk, Foto: Martin Schramme, 2020

Seit 1883 läuft die Produktion von Soda im Sodawerk Staßfurt. Soda sind Carbonate (Salze), die für die Reinigung, das Gerben, die Glasherstellung sowie als Wasch- und Bleichmittel verwendet werden. mehr

Wasserturm in Staßfurt

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017

Auf dem Prinzenberg in Staßfurt steht ein sehr markanter Wasserturm. Vergleiche mit alten Postkarten zeigen die deutliche baulichen Veränderungen des Turmes. Optisch sah der Turm einst fast wie ein Leuchtturm aus, denn die obere Fensterreihe in der Holzverkleidung glich nicht wie heute der unteren, sondern war einem Leuchtturm gleich rundherum verglast. Auch war die obere Fensterreihe im Ziegelsteinsockel noch nicht zugemauert. Die Veränderungen waren bereits auf Postkarten der 1930er Jahre zu sehen. Hatte sich der Zeitgeist geändert?

VEB Dachpappenwerk Staßfurt

Dachpappenwerk, Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017

Das war einmal der VEB Dachpappenwerk Staßfurt. Verrostete Behälter liegen herum: Georg Herrmann, Kesselschmiede-Behälterbau, Berlin-Niederschönhausen.

Sattlermeister Karl Imroth

Sattlermeister Imroth, Foto: Martin Schramme, 2020 Sattlermeister Imroth, Foto: Martin Schramme, 2020 Sattlermeister Imroth, Foto: Martin Schramme, 2020 Sattlermeister Imroth, Foto: Martin Schramme, 2020 Sattlermeister Imroth, Foto: Martin Schramme, 2020

In diesem Gebäude arbeitete einst Sattlermeister Karl Imroth. 2020 erinnerte nur noch ein alter Schriftzug an diese Vergangenheit.

Hofjäger in Staßfurt (2018/2019 abgerissen)

Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017

Der Hofjäger war eine Gaststätte mit Biergarten und Turnhalle. Zum Zeitpunkt der Machtergreifung war der "Hofjäger" ein Lokal der SPD und so wurde dort am der Leichnam von Bürgermeister Hermann Kasten aufgebahrt, nachdem Nazis ihn in der Nacht vom 4. auf den 5. Februar 1933 tödlich getroffen hatten. (Quelle: WISA, 03/2008) Nachdem das Gasthaus lange leergestanden hatte und verfiel, folgte 2018/2019 am Ende eines Rechtsstreits der Abriss.

Kaufhalle (Schriftzug aus DDR-Zeiten)

Foto: Martin Schramme, 2012 Foto: Martin Schramme, 2017

Das tägliche Warenangebot wurde in der DDR mehrheitlich von der Handelsorganisation HO organisiert. Als großfläche Verkaufseinrichtungen betrieb die HO so genannte KAUFHALLEn. So auch in Staßfurt. Dieses Relikt aus jener Zeit (bis 1990) war auch im März 2020 noch erhalten.

SED Stadtbezirk

Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017

Nach der Vereinigung von SPD und KPD 1946 zur SED war die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands (kurz SED) die führende politische Kraft in der DDR. 2017 waren in Staßfurt noch Reste jener Zeit zu erkennen.

Fisch-Laden

Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017

"Fische" steht an diesem gefliesten Laden in typischer DDR-Nüchternheit.

DDR-Sonnenuhr in der Stadt Staßfurt

Sonnenuhr, Foto: Martin Schramme, 2012

1978 wurde diese Sonnenuhr installiert. Es ist eine uralte Idee der Menschheit, den Schatten der Sonne als Zeitanzeiger zu verwenden. Die ältesten bekannten Zeugnisse stammen aus dem 13. Jahrhundert und wurden in Ägypten gefunden.

Junkers-Werke Staßfurt

Junkers-Werke Stassfurt, Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017 Foto: Martin Schramme, 2017

Die Junkers-Werke - benannt nach dem Flugzeugentwickler Hugo Junkers, Stammsitz Dessau - dehnten ihre Aktivitäten während der NS-Zeit (1933-1945) massiv aus. Zahlreiche Zweigwerke entstanden, unter anderem in Aschersleben, Bernburg, Halberstadt, Köhten und Staßfurt. In Staßfurt begann die Produktion von Flugzeugteilen 1935 auf einem Gelände von 121.000 Qudaratmeter. Bis zu 3969 Menschen waren am Standort beschäftigt, darunter auch Zwangsarbeiter. Mit den Teilen aus Staßfurt wurden folgende Flugzeuge ausgestattet: Ju52, Ju86, Ju87, Ju88, Ju188, Ju288. Bis zum Kriegsende produzierte das Werk 11.400 Flugzeugteile. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges (1939-1945), genau 1947, sprengten die Sowjets Teile der Anlagen. Stehengeblieben ist unter anderem der Verwaltungsbau, der auf den Fotos zu sehen ist.

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Baracke der PGH Leuchtenbau Staßfurt

Baracke der PGH Leuchtenbau Stassfurt, Foto: Martin Schramme, 2017

Der PGH Leuchtenbau Staßfurt stellte in der DDR (1949-1990) "Topfleuchten" und "Latschen" her.
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VEB Kombinat Rundfunk und Fernsehen Staßfurt

RFT in Sta▀furt, Foto: Martin Schramme, 2020 Foto: Martin Schramme, 2020 Foto: Martin Schramme, 2020 Foto: Martin Schramme, 2020 RFT in Sta▀furt, Foto: Martin Schramme, 2020 Foto: Martin Schramme, 2020 Foto: Martin Schramme, 2020 Foto: Martin Schramme, 2020 Foto: Martin Schramme, 2020

Das Kombinat Rundfunk und Fernsehen Staßfurt mit dem Stammbetrieb VEB Fernsehgerätewerk Staßfurt war seit 1980 der zentrale Hersteller der DDR-Heimelektronik. Das Kombinat vereinte zahlreiche kleine und große ehemals unabhängige Heimelektronik-Hersteller unter anderem in Halle und Leipzig. Vorreiter der Rundfunktechnikherstellung in Staßfurt war die Staßfurter Licht- und Kraftwerke AG, die nach der Gründung 1928 mit der Radio-Marke "Imperial" bekannt wurde.

Am 3. Oktober 1969, vier Tage vor dem 20. Republik-Geburtstag, schaltete das Fernsehen der DDR erstmals auf Farbe um. Das entsprechende Fernsehgeät "Color 20" kam damals aus dem Fernsehgerätewerk Staßfurt. Die Firma TechniSat hat die Nachfolge von RFT angetreten und nutzt seit 1998 einen Teil des RFT-Geländes für die Produktion von Digitalfernsehern und Smart-TVs.

alte Schienen

alte Schienen in Stassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020 alte Schienen in Stassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020 alte Schienen in Stassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020 alte Schienen in Stassfurt, Foto: Martin Schramme, 2020

Salzbergbau, Sodaproduktion und Rundfunkgerätebau bestimmten einst mehr als heute das Geschehen am Industriestandort Staßfurt. Etliche Anlagen sind stillgelegt und abgebaut. Was an vielen Orten geblieben ist von jenen Zeiten sind alte Schienen.

unbekanntes Objekt "Hildebrandt"

alte Schrift kommt zum Vorschein, Foto: Martin Schramme, 2020 alte Schrift kommt zum Vorschein, Foto: Martin Schramme, 2020 alte Schrift kommt zum Vorschein, Foto: Martin Schramme, 2020

Der Zahn der Zeit zerstört und verdeckt Vieles von dem, was einmal war. Doch manchmal legt er Verdeckte wieder frei wie im Falle dieses Gebäudes in Staßfurt. Eine alte Schrift wurde offenbar nur locker übertüncht und kommt nun wieder zum Vorschein. Irgendwas mit Hildebrandt. Möglicherweise war das mal ein Hotel oder Gasthaus. Wer weiß mehr darüber? Bitte schreiben Sie hier.

Artefakte Nachrichten
Katastrophe im Mai 2018: Der alte Güterbahnhof in Staßfurt ist abgebrannt.

Betriebe in der DDR (1949-1990)
VEB Achslagerwerk Staßfurt (VEB Kombinat Schienenfahrzeugbau Berlin)
VEB Ankerwickelei Staßfurt
VEB Apparatebau Staßfurt (VEB Kombinat TGA)
VEB Blechpackungswerke Staßfurt (VEB Mansfeld Kombinat Wilhelm Pieck)
VEB Bleicherdewerk Staßfurt (VEB Kombinat Öl und Margarine Magdeburg)
VEB Chemieanlagenbau Staßfurt (VEB Chemieanlagenbaukombinat Leipzig)
VEB Dachpappenwerk Staßfurt
VEB Draht- und Seilwerk Rothenburg BT Staßfurt (VEB Drahtwerke Staßfurt)
VEB elastic-mieder Staßfurt
VEB Elektroanlagenbau Staßfurt (VEB Kombinat Öl und Margarine Magdeburg)
VEB Elektrotechnisches Werk Staßfurt
VEB Fernsehgerätewerk "Friedrich Engels" Staßfurt (VEB Kombinat Rundfunk und Fernsehen Staßfurt = RFT)
VEB Format Miederwaren Staßfurt
VEB Getränkekombinat Magdeburg, Brauerei Staßfurt
VEB Getreidewirtschaft Calbe BT Staßfurt (VEB Kombinat Getreidewirtschaft Magdeburg)
VEB Großhandel OGS Staßfurt (VEB Kombinat OGS Magdeburg)
VEB Herrenbekleidung Staßfurt
VEB Kali- und Steinsalzbetrieb "Saale" Staßfurt (VEB Kaliwerk Staßfurt im VEB Kombinat Sondershausen)
VEB Kalkwerk Staßfurt
VEB Kraftverkehr Staßfurt (VEB Verkehrskombinat Magdeburg)
VEB Kreisbaubetrieb Staßfurt
VEB Limonaden- und Seltersfabrik Staßfurt (Selters = kohlensäurehaltiges Mineralwasser)
VEB Maschinen- und Apparatebau Staßfurt
VEB Metallgießerei Staßfurt
VEB Möbelfabrik Staßfurt
VEB Modewerkstätten Staßfurt (VEB Kombinat Oberbekleidung Erfurt)
VEB NOBAS Schwermaschinenbau, Betrieb Staßfurt
VEB Ringstanzwerk Staßfurt
VEB Roland-Bekleidung Staßfurt (VEB Kombinat Oberbekleidung Erfurt)
VEB Salzland-Druckerei Staßfurt
VEB Schlacht- und Verarbeitungsbetrieb Staßfurt (VEB Fleischkombinat Magdeburg)
VEB Stahlbau Staßfurt
VEB Textilpflege Staßfurt
VEB Tonmöbel Staßfurt
VEB Türbeschläge Staßfurt
Vereinigte Sodawerke Bernburg-Staßfurt (VEB Chemiekombinat Bitterfeld)
VEB Kombinat Rundfunk und Fernsehen Staßfurt
PGH "Autodienst" Staßfurt
PGH "Gebäudetechnik" Staßfurt
PGH "Leuchtenbau" Staßfurt
Firma Eisenwerke Wittigsthal Staßfurt
Maschinenfabrik Krüger Staßfurt

Wirtschaft und Leben in Staßfurt vor 1945
Bennecke, Hecker & Co. (Zuckerrübenfabrik)
Blechpackmittelhersteller Sohler-Werke AG, Leopoldshall
Brauerei Gebrüder Niemann
C.H. Wermser Maschinenfabrik und Eisengießerei
Concordia, chemische Fabrik auf Actien, Leopoldshall-Staßfurt
Deutsche Reichsbahn, Bahnbetriebswerk Staßfurt, Güstener Weg
Fischer & Comp., Leopoldshall-Staßfurt, Fabrik technischer Oele und Fette
G. Sauerbrey Maschinenfabrik AG (1863)
Preußische Bergwerks- und Hütten-AG, Kaliwerk Staßfurt (Berlepsch-Maybachschachtanlage)
Schmiede für Hufbeschlag & Wagenbau Wilhelm Mau
Sodawerk Staßfurt (seit 1921 Goldschmidt AG)
Stassfurter Blechwarenwerke AG (gegr. 1919)
Stassfurter Chemische Fabrik vorm. Vorster & Grüneberg AG
Staßfurter Likörfabrik Emil Stein (gegr. 1901)
Staßfurter Licht- und Kraftwerke AG (Heute sehen sich die Stadtwerke Staßfurt in der Tradition dieses Unternehmens.)
Stassfurter Möbelfabrik Krüger & Co.
Stassfurter Rundfunk-Gesellschaft mbH, Stassfurt, älteste deutsche Superhet-Fabrik Marke "Imperial"
Wilhelm Dossmann Bürsten-, Pinsel- und Piassavabesen-Fabrik
Zuckerfabrik Hohen-Erxleben bei Stassfurt

Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: An den Linien Magdeburg-Schönebeck-Aschersleben und Magdeburg-Blumenberg-Staßfurt der Preußischen Staatsbahnen. Postamt erster Klasse mit Zweigstelle, Telegraph. Maschinenfabriken, Kesselschmieden, Brückenwagenbauanstalt, bedeutende königliche Salzwerke und eine Gewerkschaft Ludwig II. Die Solgüter waren in den Händen von sogenannten Pfännern, die 1796 das ganze Salzwerk an den König von Preußen verkauften. Seit dieser Zeit wurde die 7prozentige Sohle zur Darstellung von Kochsalz verarbeitet, bis man 1839 auf dem rechten Bodeufer in 260 Meter Tiefe ein Steinsalzlager antraf; 50 Meter tiefer fand man bunte, bittere Salze, aus Magnesia und Kalisalzen bestehend, in den nächsten 280 Meter Tiefe aber reines, mit Anhydridschnüren durchsetztes Steinsalz. 1851 begann die Aufschließung bis 340 Meter Tiefe durch Abteufen zweier Schächte und 1857 die bergmännische Gewinnung der Salze, denen Staßfurt seinen Weltruf verdankt.

Begriffslegende
Superhet = Überlagerungsempfänger, auch Superheterodynempfänger, kurz Superhet

Quellen
Bios Final Report No. 122, Secret Intelligence Service M16, Great Britain
"Faktor Öl: Die Mineraölwirtschaft in Deutschland 1859-1974" von Rainer Karlsch, Raymond Stokes
piccklick.de
akpool.de
stassfurter-geschichtsverein.de

Links
Kulturdenkmale in Staßfurt