Arendsee (Altmark, Sachsen-Anhalt)

Artefakte - Denkmale deutscher Geschichte
Fotos: Martin Schramme | Keine Verwendung der Bilder ohne Nachfrage!
letzte Änderung am 13.07.2020

1908 bekam Arendsee einen Bahnanschluss an die Kleinbahn Arendsee-Stendal. 1922 folgte die Einbindung in die Bahnstrecke Salzwedel-Wittenberge.

FDGB-Erholungsheim "Waldheim" | Reichs-Stahlhelm-Heim | Kurhotel "Waldheim" | Lazarett (2019/2020: Abriss und Neubau)

Erholungsheim Waldheim, Foto: Martin Schramme, 2010 Foto: Martin Schramme, 2010 Foto: Martin Schramme Foto: Martin Schramme, 2010 Foto: Martin Schramme
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Bild 1: Das historische Gebäude des Kurhotels "Waldheim" in Arendsee (Altmark).
Bild 2: Erker im Altbau des Waldheim-Komplexes.
Bild 3: Das Waldheim in Arendsee: 20er-Jahre-Altbau links und fünfgeschossiger 70er-Jahre-Neubau rechts.
Bild 4: Auch auf dem Gelände des Waldheim-Komplexes: Komfortable Urlauber-"Villen" mit Tiefgarage.
Bild 5: Eintrittskarte für die Sauna, 3 Mark (der DDR)

Das Waldheim ist um 1930 als Kurhotel "Waldheim" entstanden. Von 1937 bis 1945 war es ein Reichs-Stahlhelm-Heim, in der DDR FDGB-Ferienheim. Nach dem Ende der DDR 1990 ging es bergab mit dem Erholungsobjekt im Luftkurort Arendsee, immerhin das größte Fremdenverkehrsobjekt des FDGB im DDR-Bezirk Magdeburg. Zu DDR-Zeiten kamen bis zu 8000 Feriengäste im Jahr, 1994 herrschte Leerstand. In der Folgezeit gab es etliche Interessenten. Unter anderem soll Volkswagen sechs Millionen Mark geboten haben. Ende 2008 wurde amtlich bekannt gemacht, dass auf dem Gelände des Waldheimes eine Kristallkur- und Gradiertherme realisiert werden soll. Im August 2010 war außer Verfall nichts von größeren Bauvorhaben zu sehen. 2012 beschleunigte ein Brand den Verfall des Anwesens. 2017 kauften Ortsansässige das Objekt. Endlich tat sich was auf dem Gelände. 2019 begann der Abriss, nachdem der Bebauungsplan für das Neubauvorhaben "Waldheim-Resort Arendsee" vorlag. Ein neues Ferienobjekt soll entstehen.

Bockwindmühle in Arendsee

Foto: Martin Schramme, 2010 Foto: Martin Schramme, 2010

Die Bockwindmühle von Arendsee wurde 1731 erbaut und bis 1953 von der Familie Höft betrieben. Durch eine Initiative mehrerer Arendseer Bürger wurde sie vor dem Verfall gerettet und 1992 umfassend restauriert.

Rasenwalze vom LBH VVB Werk Barth

Foto: Martin Schramme, 2010 Foto: Martin Schramme, 2010

Bild 1: DDR-Rasenwalze in Arendsee gegenüber des Weges "Am Walde": Gut zu erkennen ist die Aufschrift "LBH VVB Werk Barth"

Diese Walze stand im August 2010 am Weg "Am Walde" in Arendsee unweit des ehemaligen FDGB-Ferienobjekts "Waldheim". Auf dem Stahlkoloss war deutlich zu lesen: LBH VVB Werk Barth. LBH steht für Land-, Bau- und Holzbearbeitungsmaschinen. VVB ist die Abkürzung für Vereinigungen Volkseigener Betriebe (in der Deutschen Demokratischen Republik = DDR). Die VVB wurde 1948 gegründet. Für den Landmaschinenbau wurde im gleichen Jahr der VVB LBH als zentrales Leitungsorgan gebildet. Dazu gehörte seit den 50er Jahren auch der VEB Landmaschinenbau Barth, der von 1948 bis 1970 in Barth (Ort an der Ostsee unterhalb der Halbinsel Darß) bestand. Historischer Vorläufer war die Landmaschinenfabrik Barth (1872). Ab 1970 erfolgte in Barth eine Umorientierung auf den Schiffsbau (VEB Schiffsanlagenbau Barth).

leerstehendes Wirtschaftshaus

Foto: Martin Schramme, 2010 Foto: Martin Schramme, 2010 Foto: Martin Schramme, 2010 Foto: Martin Schramme, 2010

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Wirtschaftshaus (1865)

Foto: Martin Schramme, 2010 Foto: Martin Schramme, 2010 Foto: Martin Schramme, 2010 Foto: Martin Schramme, 2010

Zu diesem Haus konnte bisher leider nur die Jahreszahl ermittelt werden.

Betriebe in der DDR
VEB (K) Kornbranntweinbrennerei Arendsee
VEB Binnenfischerei Zießau am Arendsee
Konsum Holzverarbeitungswerk Arendsee

Ferieneinrichtungen der DDR
FDGB-Erholungsheim "Waldheim"
Kinderferienlager "Maurice Thorez" am Arendsee in Arendsee, Kapazität: 900 Plätze, Trägerbetrieb: VEB Schwermaschinenbau Karl Liebknecht Magdeburg

Wirtschaft in Arendsee vor 1945
Kleinbahn-Aktiengesellschaft Stendal-Arendsee (Betreiber der 1908 eröffneten Kleinbahnstrecke Stendal-Arendsee)

Eintrag im Brockhaus-Lexikon von 1894: Am 53 Meter tiefen und 5,42 Quadratmeter großen Arendsee (815 durch Erdbeben entstanden). Post, Telegraph, Zoll- und Steueramt zweiter Klasse, städtische Sparkasse. Lederfabrik, Ziegelei, Brennerei, drei Brauereien und Kaltwasserheilanstalt (Aktiengesellschaft mit 63.000 Mark Kapital, 1873 gegründet).

Quellen
picclick.de
volksstimme.de